DVD-Review: The Present
In echter Thomas Campbell Manier zeigt der Film die Schönheit des Reisens, erzählt von Surfabenteuern und die verschiedenen Möglichkeiten Spaß in den Wellen dieser Welt zu haben. Smoothes, stilistisch fehlerfreies Surfen sei es im Wettkampfbereich, logging oder Alaia surfing… für jeden bietet Campbell in „The Present“ ein kleines Refugium an.
„The idea of this film is to express a collective wonderment for the occasion we all participate in on this vast functioning earth.“
„The Present“ ist mittlerweile der dritte Film aus dem Hause Campbells. Nach den zwei 16mm Filmen „The Seedling“ und „The Sprout“ erinnert der im Küstengebirge von Santa Cruz lebende Nordkalifornier mit „The Present“ an die guten alten Zeiten à la Bruce Browns „Endless Summer“ Serie. Mit einer Filmzeit von 3 Jahren und einer beträchtlichen Investition seines eigenen Kapitals, ist Campbell ein Klassiker aus Surfdokumentation, künstlerischer Filmerei und gutem Sound gelungen, welches durch brillante Kameraeinstellungen sowie einer Vielzahl von slow-motion Sequenzen zu überzeugen weiß.
Die „Ride everything“ Überzeugung Campbells kommt dabei bereits in der Intro zur Geltung, in welcher der pure Spaß am Surfen mit jeder erdenklichen Art von Equipment dokumentiert wird. Ein relaxter Soundtrack, sowie die ruhige Stimme Campbells führen den Zuschauer in die Welt des Stoke, des puren Surfens und Lifestyles, ohne neumodisches „Yo-Bro“ Gehabe. Nur der gegenwärtige Augenblick zählt und dieser sollte mit Begeisterung und Freude wahrgenommen werden.
Mit einer Länge von einer Stunde, ist es zwar manchmal schwierig voll konzentriert bei der Sache zu bleiben, jedoch findet man aufgrund der künstlerischen Darstellung des Surfens jederzeit wieder in den Film zurück und sitzt spätestens beim Schlusssegment mit zufriedenem Lächeln vor der Kinoleinwand oder dem DVD Player.
An fehlenden Highlights mangelt es in „The Present“ wahrlich nicht. Hier ein paar Auszüge:
- Die Intro. Souliger Surfpart mit relaxter Musik, gepaart mit diversen Actionshots von Trips, vom Bodysurfen, vom Longboarden, vom Shortboarden, sowie traumhafte Alaia skills.
- Der Indonesientrip. Kaliforniens Dan Malloy zählt Gründe auf, warum wir mehr als 40-stündige Strapazen auf uns nehmen sollten, um in Indo zu surfen. Malloy der bereits mehr als 10 Trips in diese Region unternommen hat begründet seine Liebe zu diesem Ort mit der Vielzahl von weltklasse und leicht voraussagbaren Wellen, den warmherzigen und ehrlichen Einwohnern und den unglaublichen Tube Rides die Indonesien zu bieten hat. Mit von der Partie ist Danny Hess ein Shaper aus San Francisco, der mit umweltfreundlichen Brettern experimentiert. Was diese Bretter taugen, zeigt Dan Malloy gleich einmal mit einem Quad Fin Model in einer der schönsten Barrels, die je auf Film dokumentiert wurden. Im direkten Anschluss surft Ry Craik was das Zeug hält und lässt erahnen in welche Richtung sich Surfen noch entwickeln wird
- Das Logging Abenteuer in Neuseeland. Logging ist gleichzustellen mit dem Surfen von sehr schweren Longboards. Der Fun und der Level beim Logging werden brillant in Szene gesetzt und mit guten Kamerawinkeln und einem gediegenen Sound abgerundet.
- Die 64. Annaul Express Your Inner Monkey Expression Sessioan. Unterhaltungstechnisch gehört dieser Teil zu den Top 10 aller bisherigen Surfvideos. Rob Machado aka Richard Buttkiss und Dane Reynolds aka Skyler „the Viking“ Brody präsentieren im Abendprogram von ABCD Sports News das Wettkampfformat der Zukunft. Hier kann die ASP noch richtig was lernen, denn ansonsten ist diese Sektion vielleicht eine schöne Anregung für die sagenumwobene Rebelltour.
- Das Dane Reynolds Segment. Ein normaler Surftag im Leben von Dane Reynolds in seiner Heimatstadt Ventura, CA. Die Zukunft des Surfens live, in Farbe und mit Action bis zum abdrehen. Angeschnallt, angeschaut und Mund zu. Progressive Surfing at its best.
- Minister of Change Joel Tudor. Ein kurzes Interview mit einem der großen Anhänger der „Ride everything“ Mentalität. Neben historischer Longboard footage aus Tudors jungen Jahren, listet Joel seine Ikonen des Surfens auf; The Duke, Phil Edwards, Garry Lopez, Tom Curren und Mikki Dora.
- Die Alaia Session. Rasta, Machado, Malloy und Ihre Freunde rippen fette Sunset und Waimea Wellen auf ultraschnellen Alaias. Wer schon immer einmal sehen wollte wie echter Spaß und echtes Talent aussehen, der sollte sich diese Sektion mehrmals anschauen. Alaia=amazing?
Mit „The Present“ ist Campbell ein erneutes Meisterwerk gelungen. Surfen, Musik und Soul kommen nicht zu kurz. Die Message ist simpel; back to the roots, erlaubt ist alles was Spaß macht.
„This moment in the present is the present.“
Spaß, Stoke und Dankbarkeit für das Hier und Jetzt auf diesem wunderschönen Planeten Erde, dafür steht „The Present“.
Wer also guten Gewissens in die neue Surfsaison starten will, der sollte neben Sex Wax, einem anständigen Neo und harter Vorbereitung auch gleich einmal smarte 29,99 Euro in eine neue Dosis Stoke investieren.
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Wave Sliders:
Dave Rastovich, Dane Reynolds, Joel Tudor, Chelsea Hedges, Kassia Meador, Harrison Roach, Dan Malloy, Devon Howard, C.J. Nelson, Ry Craike, Jacob Stuth, Sofia Mulanovich, Chris Del Moro, Michael Junod, Ian King, Danny Hess, Alex Knost und Rob Machado.
Legenden:
Phil Edwards, Miki Dora, Gerry Lopez, Tom Curren
Music:
David Axelrod, Bonnie Prince Billy, Mice Parade, The Mattson 2, Cass McCombs, Plants and Animals, Vetvier, The Photographic, The Ndabva Kure Band (Shannon Sol R. Carroll, Chris Berry und David Rastovich), Japanese Motors, Gabor Szabo, Ray Barbee, Jeff Parker und Tommy Guerrero.
Weitere Infos:
74 Minuten Laufzeit aufgeteilt in 15 Kapitel und mehr als 2 Stunden Bonus Section (The Making of the Present, A Modern History of the Alaia, Joel Tudor 16mm Sound Interview Excerpts, Mr. Roger rips a hole in the bag, The Seedling Trailer, Sprout Trailer).
DVD Verpackung aus 100% recyceltem Papier







