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Profile: Neco Percy Padaratz oder “The Unkillable”

Vor wenigen Tagen ist die ASP World Tour mit neuen Regeln, neuen Judging Kriterien und drei altbekannten Wildcards in eine neue Dekade des Surfens gestartet. Beim ersten Tour Stop Down-Under werden Neco Padaratz, Luke Stedman und Andy Irons wieder in einem ASP Jersey das Lineup unsicher machen und während der Saison bestimmt für die ein oder andere Überraschung sorgen.

Neco Padaratz ist schon längst ein bekannter Name im Pro Surfing, auch wenn er immer mal wieder aus dem Rampenlicht verschwindet. Aber “The Unkillable” wäre kein echter Padaratz, wenn er über die Jahre nicht gelernt hätte, wie ein Löwe zu kämpfen. Es gibt nur wenige Surfer die so viel Drive und Passion an den Tag legen wie Neco, aber leider scheint sein Körper jedes Mal das schwächste Glied auf seinem Weg zum Erfolg zu sein; kaum ein Surfer hat in seiner Karriere mit so vielen Verletzungen umgehen müssen wie Neco. Aber sich aufgeben oder nicht kämpfen, das kam für Neco Padaratz nie in Frage…

Neco Percy Padaratz wurde am 11. August 1976 in Santa Catarina in Brasilien geboren und wuchs in Blumenal (Deutschlands tropischem Garten) auf. Durch seinen in ganz Brasilien bekannten Bruder Flavio kam Neco schon sehr früh zum Surfen. Anstatt seine Zeit als Gangmitglied zu vergeuden oder seine Hüften zu brasilianischen Sambarhytmen zu schwingen, konzentrierte Neco all seine Energie aufs Surfen. 1996 schafft der stark tätowierte natural-footer den Einzug in die Meisterklasse der ASP und legt dank seiner überzeugenden Leistungen einen außergewöhnlichen Aufstieg hin. Doch schon ein Jahr später zwingt ihn eine Bauchverletzung zum Ausstieg aus der Tour und er muss medizinische Hilfe in Anspruch nehmen.

Getreu seinem Motto “fight like a lion” schafft es Neco Padaratz bereits 1999 wieder in der World Tour (WCT) mitzusurfen und überzeugt mit seinem Sieg bei den US Open auch die letzten Kritiker von seiner Willenstärke und seiner Liebe zum Surfen. Von nun an gibt Padaratz so richtig Gas und surft mit unvergleichbarer Risikobereitschaft. Im Jahr 2000 stirbt der Teahupoo Local Breice Tacra an seinem Homespot und es wird jedem klar das mit Chopes an einem ordentlichen Tag nicht zu Spaßen ist. Eine Woche nach dem Zwischenfall pullt Neco in eine monströse Tube und wird mit voller Wucht in eine unter Wasser liegende Höhle gedrückt. Fünf lange Wellen verharrt er unter Wasser und betet zu Gott, dass er ihn hier nicht sterben lassen. Seine Nahtoderfahrung hat Neco gut überstanden und so 2004 die WQS gewonnen, doch 2005 sollte das bisher schwärzeste Jahr für den Brasilianer werden.

Im Juli 2005 entscheidet Robert Gerard, ASP Regel und Disziplin Judge, den Brasilianer mit sofortiger Wirkung bis zum 1. Januar 2006 vom professionellen Surfen zu suspendieren. Damit verliert Padaratz alle seiner bisher in der WCT und WQS gesammelten Punkte und muss erneut von vorne starten. Doch was war passiert?

Während des World Tour Events in Trestles im Jahr 2004 wurde Necos chronische Rückenverletzung zur Tortur. Um überhaupt beim nächsten Contest in Frankreich surfen zu können, fragte er vor Ort nach einem Mittel, dass seine Schmerzen lindern und die Verletzung heilen kann.

Kaum in Frankreich gelandet wird ausgerechnet Neco von den Französischen Dopingermittlern in die Zange genommen und noch bevor es zu einem offiziellen Test kommt, zeigt Neco Ihnen das Steroid welches er in Kalifornien genommen hatte. Seine Karriere hängt am seidenen Faden und schon kurze Zeit später, während des Billabong Pro in Jeffreys Bay wird Neco von der ASP mit sofortiger Wirkung suspendiert. Die Tage des Neco Padaratz, dem brasilianischen Surfstar scheinen gezählt. Doch seine Entschlossenheit ein erneutes Comeback zu schaffen ist einzigartig, denn für Neco steht noch viel mehr auf dem Spiel als nur seine Surfkarriere. In Necos Welt lernt man schon früh wie ein Löwe für sich und seine Familie zu kämpfen.

Mit einer unglaublichen Vorstellung in Newcastle und in Frankreich meldet sich Neco 2006 wieder in der Surfwelt zurück. Alles scheint nun endlich auf einen Platz auf der Sonnenseite des Lebens für Neco Padaratz hinzudeuten, wäre da nicht wieder ein verheerender Contest in Trestles, Kalifornien. 2008 verletzt sich Neco beim Boost Mobile Pro erneut am Rücken und fällt auf unbestimmte Zeit aus. Anstatt zu klagen und Trübsinn zu blasen, nutzt er die erneute Auszeit um daheim in Florianopolis mit seinen Sponsoren (Onbogo Surf Trip, Local Motion und Havenga Surfboards) an einem letzten entscheidenden Comeback zu arbeiten. Und tatsächlich, ein Jahr später surft Neco erneut beim Boost Mobile Pro in Trestles mit und wagt einen kühnen Angriff auf die Dreamtour. Dieses Jahr ist Neco nun endlich wieder in der Königsklasse des Surfens angekommen und scheint zumindest beim Start in Down-Under noch nichts verlernt zu haben. Ein paar gute Ergebnisse, vielleicht ein bis zwei Siege oder etwa doch die Weltmeisterschaft? Zu gönnen wäre es ihm, aber nur eines ist sicher; Neco wird wieder kämpfen wie ein Löwe…

(Text: Jens Espenhahn, Fotos: aspworldtour.com)

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