Profile: Luke “Steds” Stedman
Luke Stedman gehört mittlerweile der älteren Brigade der blond gelockten Surftalente aus Australien an. Ist das Wort Talent gefallen? Glaubt man dem am 10 Juli, 1976 in Sydney geborenen Stedman, so war er nie mit wahrem Talent gesegnet, seine Karriere beweist dies, aber dennoch hatt Steds (wie er von seinen Freunden genannt wird) besondere Fähigkeiten und das sind sein Willen und seine Zielstrebigkeit. “Ich will der Beste der ich im Wasser werden kann sein, ich will mich jedes Mal selbst schlagen wenn ich ins Wasser gehe“, so der heutige Veteran Stedman.
Luke kam als Sprössling des Surfindustrie-Veteranen Shane Stedman bereits sehr früh in den Kontakt mit Wellen, Strand und Surfen. Er wuchs buchstäblich auf den Brettern seines Vaters an den Northern Beaches von Sydney auf und sammelte hier erste Andenken an den Sport der sein Leben von nun auf den Kopf stellen sollte. So wurde der junge Luke mit 12 Jahren mit 15 Stichen am Kopf genäht, dabei ließ der Arzt unwissender Weise Rückstände von Fiberglass in Lukes Kopf zurück. Von diesem Zeitpunkt an hatte Luke wortwörtlich Surfboards in seinem Blut und die Mixtur aus Familienstolz, Aussie Power und der Support von den Northern Beaches beeinflussten seine Entscheidungen von nun an vermehrt.
Luke Stedmans Amateurkarriere verlief nicht so reibungslos wie für viele andere junge australische Surfer. Vier lange Jahre kämpfte er sich Jahr für Jahr auf der WQS Tour weiter nach oben und startete so 2003 in sein erstes Jahr auf der WCT, in dem er zum ASP World Tour Rookie of the Year gekürt wurde. Auf der Website von Aquabump beschrieb einmal ein Surfer namens Uge (ein geheimer Verehrer oder doch nur einer von Lukes Mates?) Luke Stedman als Surfer der 100% beim Surfen ist. Luke trainiere “5-6 Stunden am Tag, um seinem Körper den Feinschliff für die Tour zu geben.” Mit speziellen Diäten, drei Yoga Sessions pro Woche, Klimmzügen und variierenden Dehnprogrammen hat Luke den Sprung von der WQS zur WCT geschafft.
Bereits 2004, ein Jahr nach seinem WCT Debut musste Luke sich erneut durch die WQS kämpfen. Kein Problem für den 1,88m großen und 75kg schweren regular Surfer, 2005 surft er bereits wieder an der Seite von Slater, Irons und Co. Um seinen Kampfgeist zu wecken, wettete Stedman kurzerhand mit seinen Freunden, dass er seine blonden Locken (und damit seine Unwiderstehlichkeit bei der Frauenwelt) abrasieren werde, sollte er es in dieser Saison in einem WCT Event bis in die letzten Runden schaffen. In J-Bay überrascht Stedman mit seinem 5. Platz nicht nur die Surfwelt, sondern auch sich selbst und rasiert wie angekündigt seine Mähne ab. Frauen blieben ihm immer noch genug, doch zusätzlich gab es noch ein wenig Geld, ein paar Punkte und vor allem Glaubwürdigkeit an seinem Status als Dreamtour Surfer. Dennoch ist Luke Stedmans große Angst erneut aus der ersten Liga des Surfens zu fallen, daher nutzt er jede freie Minute um etwas positives zu tun, das ihm hilft sich auf irgendeine Art und Weise zu verbessern.
Wie ein feiner Wein der mit dem Alter immer besser wird, so verbessert sich Stedmans Surfen von Jahr zu Jahr. 2005 schließt er die Tour als 36. ab, 2006 als 25., 2007 als 16. und 2008 surft Stedman sein bisher bestes Jahr auf der WCT und belegt den 11. Rang. Positiv gespannt bereitet sich Stedman auf die Tour 2009 vor, doch das Pech sollte ihn in diesem Jahr nicht zur Ruhe kommen lassen und so verletzte sich Stedman bereits im Winter auf Hawaii am Fuß, kurierte seine Verletzung nicht richtig aus und fiel danach für die komplette Saison 2009 aus. Gemeinsam mit einem Physiotherapeuten und einem Conditioning Coach arbeitete Stedman an seinem Comeback. Und irgendwie scheinen die Jungs bei der ASP ihren Landsmann gern zu haben, denn für 2010 bekommt Luke Stedman eine der drei heiß begehrten Wildcards.
Besser könnte es nicht laufen, aber wie hätte es auch anders für einen solchen Siegertypen wie Stedman laufen können? Immerhin ist der am Avalon Beach in New South Wales lebende Surfer mit dem Surfmodel Malia Jones (wer die Dame nicht kennt sollte jetzt schnell mal googeln) zusammen, surft mit seinen Lieblingssurfern Kelly Slater, Bruce Irons und Dane Reynolds die besten Spots der Welt und wird von einer Fülle von Sponsoren (Insight Clothing, Electric Eyewear, Lee Stacey Surfboards, Body Glove Wetsuits, SDS, Vertra Sunscreen und Gorilla Grip) unterstützt.
Muss das schön sein Luke Stedman zu heißen, doch kein falscher Neid. Luke ist auch sozial stark engagiert und glaubt daran auch Andere an seinem eigenen Glück teilhaben zu lassen. So organisierte er die letzten 5 Jahre sein Charity Surf und Skate Event Reach Out am Strand von Avalon und wirkt als Botschafter für die Inspire Foundation in Australien mit.
Bei so viel sozialem Engagement, Vorbereitung und Aussie Power kann die Tour 2010 ruhig weitergehen, Luke Stedman wird auch beim zweiten Event in Bells Beach so richtig Gas geben… und alle drücken Ihm die Daumen.
(Text: Jens Espenhahn, Fotos: aspworldtour.com)







