Haltet unsere Strände sauber…
Surfer verbringen einen großen Teil ihrer Zeit am Meer und jedes Mal wenn wir über den Strand gehen, sehen wir Müll… Mal ein bisschen Plastik, mal ein paar Dosen, kaputte Fischernetze, ganze Kisten oder sonst was. Was nach ein bisschen hier und da aussieht, ist in Wirklichkeit ein Riesenproblem für unser Ökosystem. Auf dem Pazifik gibt es inzwischen einen Plastikteppich der locker zweimal so groß ist wie Deutschland. Na klar, die wenigsten von uns schmeißen ihre Dosen auf den Strand aber wer tut wirklich was dagegen?
Die drei Neuseeländischen Surfer Sam Judd, James Bailey und Mark Pinkney hatten genug zugesehen. Ein Surftrip führte Sam und James durch Südamerika, wo sie die Pazifik Wellen von Mexiko, Peru und Chile surften. Nachdem den Jungs in Chile das Auto verreckte, entschieden Sie sich für die Galapagos Inseln als nächstes Ziel. Kurzerhand waren zwei Flüge gebucht. Dort trafen sie Mark und nachdem sie monatelang die perfekten Barrels der Insel surften und sich an der atemberaubenden Natur satt gesehen hatten, entschieden Sie sich als freiwillige Helfer bei einem Küsten-Säuberungs-Projekt des Nationalparks mitzuarbeiten. Ein Trip der ihr Leben verändern sollte. Während acht Tagen an Board eines alten Fischerboots fanden sie unzählige Tiere die in treibendem Plastik umgekommen waren und sammelten insgesamt 1,6 Tonnen Müll. Das gab ihnen wirklich zu denken, sodass die drei sich kurze Zeit später dazu entschieden die Initiative “Sustainable Coastlines” zu gründe.
Kurz danach koordinierten sie auch schon ihr erstes Project. Am 18. Februar 2009 sammelten 300 Inselbewohner über 7,5 Tonnen Müll. Der Heimweg nach Neuseeland führte die Jungs per Boot nach Tonga. Dort initiierten und leiteten die drei eine weitere Säuberungsaktion. Zurück in der Heimat mussten sie schnell merken, dass auch ein so hochentwickeltes Land wie Neuseeland große Probleme mit der Verschmutzung der Meere hat. In Wahrheit kommt sogar der größte Teil des Mülls mit dem arme Inselstaaten zu kämpfen haben von uns reichen Industrienationen. Daher ging die Arbeit weiter und seit der Gründung von Sustainable Coastlines wurden in Neuseeland zahlreiche Säuberungsprojekte an verschiedenen Küsten durchgeführt, darüber hinaus versucht die Initiative wo es geht auf sich und die Probleme der Meere aufmerksam zu machen. Mittlerweile wird das Team von zahlreichen Sponsoren bezuschusst und auch für jedes Projekt finden sich hunderte Freiwillige.
Die Jungs sind ein gutes Beispiel für alle Surfer, die ihre Strände und das Meer respektieren. Also, macht die Augen auf! Denkt mit! Schaut nicht weg! Und gebt dem Meer ein bisschen was von dem Zurück was es euch bei jeder Session, mit jeder Welle wieder gibt… Weitere Informationen über dieses neuseeländische Projekt findet ihr auf http://www.sustainablecoastlines.org
Natürlich gibt es weltweit noch zahlreiche weitere Initiativen und auch der DWV ist, durch die Kooperation mit der Surfrider Foundation immer dabei, wenn es um das Thema saubere Küsten und Meere geht. So findet im März beispielsweise zum nunmehr 15. Mal die Aktion „Ocean Initiatives“ statt. Die Aktion ist offen für jedermann (für Schulen, private Unternehmen, breite Öffentlichkeit…). Ziel ist es, Politiker, Behörden und auch private Betriebe zu alarmieren und über die Auswirkungen der Makroabfälle auf die Artenvielfalt im Meer und an den Küsten zu informieren.
Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2010 zum internationalen Jahr der Artenvielfalt erklärt. Eine Million Vögel und 100.000 Meeressäugetiere sterben jedes Jahr weltweit aufgrund des sich im Meer befindlichen Mülls.
Dieses alljährliche Treffen, das tausende europäische Mitbürger an den Stränden, den See- und Flussufern zusammenbringt, erlaubt es, die Menge des gesammelten Mülls zu schätzen und zu analysieren. Dieses Jahr werden zu dieser Gelegenheit Unterschriften gesammelt, die die Surfrider Foundation am „Europäischen Tag der Meere“ am 20. Mai 2010 in Gijón (Spanien) dem Europäischen Abgeordneten überreichen wird, um Forderungen zur Vermeidung von Makroabfällen geltend zu machen.
Die Zielsetzung in diesem Jahr: 50.000 Teilnehmer
Über 280 Organisatoren haben sich bereits eingeschrieben. Wenn auch ihr an einer Säuberungsaktion teilnehmen oder selbst eine organisieren wollt oder eure Unterschrift geben wollt: nichts leichter als das! Es genügt, sich online einzuschreiben auf: http://www.initiativesoceanes.org
(Text: Gunnar Lubahn, Tobias Mathar via SRF, Fotos: sustainablecoastlines.org, Surfrider Foundation)







