Waschgang #2
Ein Tagtraum mit zentraler Frage
…die surfkolumne…
Okay, okay. Das ist jetzt der zweite Waschgang und ich habe dazugelernt. Mann muss den Leser an die Hand nehmen. Er soll sich aufgehoben fühlen, muss wissen worum es geht. Und deshalb nun: fühlt euch an die Hand genommen. Und ziert euch nicht so. Es gibt Länder in denen alle befreundeten Männer Händchen halten und trotzdem völlig homophob sind. Wow. An dieser Stelle ein Einschub. Ich habe natürlich an all die Männer gedacht, denen der Gedanke nicht gefällt, von einem Mann an die Hand genommen zu werden. Die Ladies hatte ich da nicht mitgedacht. Ich könnte höchstens an dieser Stelle über intolerante homosexuelle Frauen, die nicht von Männern an die… aber lassen wir das. Wie dem auch sei, ich reiche euch diesmal die Hand, indem ich euch das Thema der heutigen Kolumne hier mitteile: Es geht um Euch, und um Ich. Denn diese Worte sind bis hierhin insgesamt fünf und siebenmal vorgekommen. Deshalb jetzt das eigentliche Thema, zusammen mit dem Versprechen, dass in dieser Kolumne keins der beiden Wörter mehr vorkommen wird. Wir wollen für Sie eben wirklich ganz besonders hochwertig schreiben.
Oh Mann. Am Meer würde so ein wirres Zeug vermutlich nicht aus mir rauskommen. Dort, mit klarem, ausgeglichenem Kopf, würde mich anderes bewegen. Eher Gefühle als Gedanken. Es würde vollkommen ausreichen, einfach nur da zu sein. Neben dem Sport würden nur noch die täglichen Notwendigkeiten anfallen. Schlafen, Essen, Toilette. Alles, bis aufs Schlafen, meist ein wenig umständlicher als zu Hause, aber dafür mit Muße. Für alles ist Zeit. Selbst der Abwasch kann ein Genuss sein, wenn es einfach keine Termine gibt. Außerdem reicht es meistens, einfach aufzublicken, um das Meer zu sehen. Jederzeit ein Lächeln im Gesicht zu haben. Mann muss einfach nur die Augen aufmachen. Das Motto lautet: immer so entspannt sein wie möglich. Morgens aufwachen, Augen aufmachen, aufs Meer gucken, noch zu tief. Also nochmal umdrehen mit dem guten Gefühl, nichts zu verpassen. Augen nochmal auf, immer noch zu tief, aber bald wird’s wieder auflaufen. Also Kaffee und Geschäft in der Bar, oben an der Straße, dann frühstücken. Alles ganz entspannt. Und das Wasser läuft auf. Der Tag nimmt ganz langsam seinen Lauf. Es sieht heute eh nicht direkt verlockend aus. Die Frage ist eher, wann der am wenigstens schlechte Zeitpunkt zum Reingehen ist. Aber aus deutscher Sicht ist alles, was hier gerade passiert, sowieso ein Traum. Jetzt gerade beim Schreiben übrigens im doppelten Sinne. Es sieht im Wasser mittlerweile immer noch nicht wesentlich besser aus, aber der Gezeit nach müsste eigentlich gerade das beste Zeitfenster des Tages aufgegangen sein. Und plötzlich ist der Moment da. Die Entscheidung, jetzt rein zu gehen, trifft sich einfach von selber, und die ganze Wahrnehmung beschleunigt sich. Aber das, was für Außenstehende wie hektische Eile aussehen mag, ist in Wahrheit die Vorfreude auf das Bevorstehende. Der ganze Tag davor war nur dafür da, in diesen einen Augenblick zu münden.
Und das ist jetzt und hier der Augenblick, in dem ich a) mein Versprechen an euch, die Worte ich und euch nicht mehr zu verwenden breche, und b) höchste Gefahr laufe derbe ins Schnulzige abzudriften. Zu spät? Kann sein. Wer mich versteht, versteht mich. Und wer mich nicht versteht, kann ja mal ne Gebrauchsanweisung von einer Fernbedienung lesen. Oder Videorekorder. Ist eigentlich egal, solange die Anleitung aus dem Chinesischen, von einem Sprachcomputer aus den 80er Jahren übersetzt wurde. Was? Ich weiß es doch auch nicht! Diesen Sport zu lieben, und mitten aufm Land zu hocken ist doch irgendwie nicht das Richtige, oder? Wellenreiten oder Fernbedienungsbedienungsanleitungen? Das ist unterm Strich wohl die zentrale Frage. Bis in zwei Wochen.
Michael Remy








Tina am 22. Februar 2010 um 09:16
ganz ok, aber könnte ein bisschen frischer geschrieben werden. sehr langatmig ewig Sätze..
mic am 25. Februar 2010 um 23:32
Hm… naja.
Das ist noch nicht mal so wild, mich stören vor allem die vielen Punkte. Sind 46 (Sechsundvierzig!)