Crazy Baltic
Am Samstag und Sonntag, dem 9.1. und 10.1.2010 traf sich ein Teil der Bodyboard-Community und weitere Standups aus der Lübecker Bucht und dem Norden, ja zum Teil aus Köln zum „Big Day“ Surfen in der L-Bay (TDS). Es kommt nun nicht all zu oft vor, dass die Ostsee Kawenzmänner entsendet. So darf man – will man in den Genuss von norddeutschem Big Wave Surfen kommen – dann auch keine Rücksicht auf die äußeren Umstände nehmen, die alles andere als einladend waren.
Schon während der Woche kündigte sich Tief „Daisy“ an und versprach „epic conditions“ mit bis zu 3m für die baltische See und die L-Bay. Die ersten Vorboten von „Daisy“ kamen bereits Freitags/Samstags früh an und es sollte ein echt hartes Wochenende werden. Wassertemperaturen von 2° und Luft unter dem Gefrierpunkt verlangten Überwindung von Bodyboardern und Standups, sowie ein Neoprensurvivalkit.
Bei solchen Bedingungen wird das Surfen zur absoluten Hardcore-Herausforderung, da die Kälte nagt und jeder Duckdive und Wipeout in den großen Wellen mit Nadelstichen bestraft wird, die einem die Energie aus dem Leib ziehen.
Von der Bodyboard-Community zeigten sich Bayman Kiehne (L-Bay Local), Björn Wagner (langjähriger Nord-Bodyboarder) und Lars Paeger (DM-Bodyboard Finalist 2008 aus Köln) als die unerschrockene Bodyboard-Bande, die es mehrere Stunden aushielten und fette Rides in das brackische Wasser zauberten, was Lars O-Ton beweist: „…teilweise Airdrops, dann schnelle steile Section, kurze flache Section, steil in die Insight und dann geil zum abheben….es hat spaß gemacht ohne Ende und wir hatten richtig lange Ritte auf der Left.“
Die Wellen brachen gute 30m Meter vor dem Brückenkopf und bei solchen Bedingungen ist ein Rauspaddeln unmöglich. Der Einstieg war vom Brückenende aus zu meistern, was beim Anblick der Bilder sicher Überwindung gekostet hat.
Gegen Ende des Tages wurde der Swell dann so stark, dass die Bedingungen nicht mehr surfbar waren und die gesamte Bucht einem Teppich aus Weißwassergetöse glich:„…es wurde dann immer größer, Wind immer stärker, Gehacke immer hackiger. Gegen Ende war das schon richtig fett, aber nicht mehr surfbar, nur noch steile drops und dann alles weiß links und rechts“, wie Lars berichtete.
Die Brücke wurde schließlich dank „Daisy“ auch noch zerlegt. Es sollte ein Wochenende werden, das allen Beteiligten noch lange in Erinnerung bleiben wird, denn viele sprechen davon, dass das die wohl bisher größten erlebten Ostseewellen waren. Der Sonntag zeigte sich etwas geordneter, sodass man wieder Surfen und mit einer vollen Portion Stoke die Heimfahrt antreten konnte.
Vielen Dank an Bayman, Lars und Björn für die Bodyboardaction und besonderen Dank an den Photographen Bayman, der der Kälte trotzend, einige schöne Impressionen eingefangen hat.
(Text: Lorenzo Schmidt)










B-Mann am 12. Februar 2010 um 17:57
warum ist das hier unter reiseführer?
b-mann