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Waschgang #1

Liebe Leser,

ab heute wird Michael Remy im zweiwöchentlichen Rhythmus jeden Donnerstag in unserer neuen Kolumne “Waschgang” über die (Surf-)Welt philosophieren . Viel Spaß beim Lesen des …

Waschgang #1

Über sprunghafte Liebe und schlechte Publicity, eine erste Annäherung.

…die surfkolumne…

Verehrtes Publikum. Ich habe eine Mitteilung zu machen. Der Deutsche Wellenreitverband hat euch eine Kolumne geschenkt. Und mir, denn ich darf sie schreiben. Wikipedia ist ja bekanntlich nicht zitierfähig. Aber wenn stimmt, was da steht, spielt es in dieser Textsorte hier (genau: eine Kolumne) gar keine Rolle, wenn ich mich trotzdem drauf beziehe.

Laut Wikipedia handelt es sich bei einer Kolumne um einen „kurzen Meinungsbeitrag, der sich meist über nicht mehr als eine Zeitungsspalte erstreckt“. Es gibt ein oft benutztes Stilmittel in Kolumnen: der Autor schreibt über sich. Dieses inhaltliche Stilmittel ist sehr praktisch für den Kolumnisten. Wenn er mal keine schlauen Ideen hat, oder wenn er eben überhaupt keine Ideen hat, dann kann er einfach seine Schreibblockade zum Thema machen und in der Schriftform darüber nachsinnen, warum ihm die Ideen ausgehen. Das Ganze kann er dann anschließend immer noch als journalistische Tätigkeit bezeichnen. Die Kolumne ist vielleicht eine der ganz wenigen Textformen, die ihre Daseinsberechtigung aus ihrem Dasein zieht.

Der Witz ist womöglich, dass der Leser umso neidischer auf den Kolumnisten wird, je stümperhafter er schreibt. Obwohl, ne. So ging das bloß immer mir, bevor ich mit dem Schreiben anfing. Und Neid ist eine gute Triebfeder zum Lesen eines Artikels. Andere mögen sich mit genau diesem Witz identifizieren, und im Stümperhaften das Genie aufblitzen sehen. Große Töne zu spucken ist übrigens ebenfalls erlaubt.

Ich hoffe natürlich, dass ihr diese Kolumne ab jetzt immer lesen werdet. Dabei ist es gar nicht so wichtig, wie sie euch gefällt. Wenn ihr die Texte super findet ist das super. Wenn ihr sie grauenhaft schlecht findet, ist das auch okay. Denn wie sagt man so schön: Auch schlechte Publicity ist Publicity. Und in diesem Sinne lässt sich auch ein unzufriedenes Publikum hervorragend instrumentalisieren. Geht los und erzählt allen, die ihr kennt, wie schlecht diese Kolumne ist, damit sie kommen werden, um sich ein eigenes Urteil zu machen. Selbstverständlich kann ich gar nicht oft genug betonen, wie wichtig mir eure Anerkennung ist! Was für ein Hin und Her. Das Einzige jedenfalls, was sehr schade wäre, wäre wenn ihr diesen Text, und die folgenden, schlicht langweilig fändet. Das würde keinen Diskussionsstoff bieten, und würde am Ende nur noch übersehen. Und wer will schon übersehen werden? Ich nicht, und bestimmt auch keiner von Euch. Das geht allen Menschen so. Nur der Dalai Lama hat kein Problem damit, übersehen zu werden. Der ist erleuchtet. Als echter Surfer sollte man wenigstens mal das Buch „Die Grundgedanken des Buddhismus“ gelesen haben.

Nun zurück zu der hier vorliegenden Textform: Schreibt man so eine Kolumne eigentlich an einem Stück? Wenn ja, ist es auf jeden Fall am Ende vom Tag weniger Arbeit gewesen. Ich aber, mache mir
viel Arbeit mit dieser Kolumne, und deshalb jetzt eine Pause. So werde ich mich am Ende vom Tag wesentlich länger damit auseinandergesetzt haben. Und vor dem Hintergrund all dieser fantastischen Möglichkeiten, kann es ab und zu passieren, dass zwischen den Zeilen doch mal so etwas wie Liebe aufblitzt. Denn darum, und nur darum, kann es in einer anständigen Kolumne doch gehen. Genauso wie im Leben eben. Und die Liebe ist genauso sprunghaft wie der hier vorliegende Text. Vielleicht ist das die wichtigste Info, die der geneigte Leser dieses Online-Magazins heute überhaupt und insgesamt aus dem Internet bekommen hat. Und gepflegt werden möchte sie auch, die Liebe. Hört Guildo Horn, der weiß es besser. Einer bestimmten Umfrage zur Folge, hört jeder 3. deutsche Wellenreiter am liebsten Guildo Horn. Alle anderen hören Rock.

In Wikipedia heißt es außerdem, Kolumnen seien ein „wichtiges Traditions- und Kundenbindungsmotiv für Zeitungsleser“. Also: heute haben wir eine Tradition begonnen. Und ab jetzt seid ihr, durch diese Worte, an den Deutschen Wellenreitverband gebunden. Was das alles mit Surfen zu tun gehabt hat? Erstmal wenig, aber: es waren die Gedanken eines echten Wellenreiters und es wurde geschrieben für die Mitglieder des Deutschen Wellenreitverbandes. Und so soll es sein. Ab jetzt alle zwei Wochen.

Michael Remy

2 Kommentare
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  1. Also wenn die Kolumnen annähernd so geschrieben werden, wie die Ankündigung dazu, dann kann es
    wirklich interessant werden……. Viel Spass, ich werde sie lesen Narda

  2. Hört sich sehr vielversprechend an. Glaube der Kolumnist ist ein Meister seiner Zunft. Freu mich auf mehr.

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