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DVD-Review: The Drifter

Seit Dezember 2009 ist „The Drifter“, ein etwas anderer Surfmovie von und mit Rob Machado, im ausgewählten Fachhandel erhältlich. Im Film gibt der ehemalige Vizeweltmeister der ASP World Tour tiefe Einblicke in seine Welt des Surfens, der Reisen und der Menschen, die ihm auf diesem Weg begegnen. Das Ombak International Surf Film Festival zeichnete „The Drifter“ als „Best Film“ aus. Wer schon immer wissen wollte, was in dem Hirn vorgeht, dass sich unter dem zweifelsohne berühmtesten Afro der Surfgeschichte verbirgt, der sollte sich „The Drifter“ auf DVD kaufen, in den Player schieben und einfach für eine Stunde auf der Couch zurücklehnen.

Taylor Steele, der sich unter anderem für die Filme der „Drive Through“-Serie oder auch “Sipping Jetstreams” verantwortlich zeigt, führte bei „The Drifter“ Regie. Wer sich einen klassischen Surffilm erwartet, bei dem die Surfaction höchstens mal für ein paar Sekunden von einem Lifestyle-Shot unterbrochen wird, der ist bei diesem Film an der falschen Adresse. „The Drifter“ ist ein Roadmovie und ein teilweise autobiographischer Film, in dem sich Rob Machado nach Indonesien aufmacht, um aus dem Alltag eines Surfprofis auszubrechen und schließlich sich selbst findet. Irgendwo auf einer namenlosen Insel, fernab von dem Surfzirkus und Terminen.

Die DVD

Titel: The Drifter
Dauer: ca. 60 Minuten
Sprache(n): Englisch
Optionen: Audikommentar vom Regisseur
Lieferumfang: DVD, Plastikhülle
Release-Date: Dezember 2009
Film-Website: www.thedriftermovie.com

„The Drifter“ zeigt in wunderschöner Kameraarbeit ein persönliches, emotionales Portrait von Rob Machado und seinem Zugang zum Surfen und nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise ins Ungewisse. Ausgangspunkt ist das überfüllte Kuta in Bali. Das Ziel ist viel weniger ein bestimmter Ort, als ein seelischer Zustand. Auf dem Weg warten auf Rob Machado schlecht gehütete Geheimnisse, ein altes Motorrad, endlose Barrels und Begegnungen mit einer fremden Kultur.

Der Film handelt davon die Einsamkeit zu suchen und sich selbst wieder zu finden. Um Abstand von dem Surfzirkus zu gewinnen, der nicht nur seine positiven Seiten hat. Wie Rob Machado meint: “Same people, same stories“. Bei all dem Streben des Films essentielle und ernste Fragen aufzuwerfen, fehlt es nie an einer guten Briese Humor. So entschließt sich Rob Machdo beispielsweise spontan seinen Aufenthalt in Indonesien zu verlängern, als er von einem Balinesen daran erinnert wird, wer in seinem Heimatland Kalifornien regiert.

Short Facts

Regie: Taylor Steele
Surfer: Rob Machado
Spots: Uluwatu, Impossibles, Kuta,…
Soundtrack: Jon Swift, Stardeath & White Dwarfs, The Black Keys, The Raconteurs, Midlake, Iron & Wine, Tegan & Sara, Jon and Roy, Bon Iver, Brett Dennen, Jose Gonzalez, MGMT, Yeasayer, The Shins, Jets Overhead, The Morning Benders, Matt Costa
Film-Trailer: Click here

Surfaufnahmen spielen bei „The Drifter“ eine sehr untergeordnete Rolle. Umso intensiver wirken die perfekten Tubes dann allerdings, wenn sie von Taylor Steele gezielt für ein paar Minuten eingesetzt werden. Kameratechnisch werden alle Geschütze aufgefahren. Von chilligen Landaufnahmen, die nicht nur die Welle selbst zeigen, sondern auch die Natur rundherum, über faszinierende water-angles bis hin zu Aufnahmen aus dem Helicopter.

Teilweise wirken die perfekt inszenierten Bilder befremdend und arbeiten gegen den Doku-Charakter an. Wenn man sich aber auf den Film einlässt und sich vor Augen hält, dass es eben keine Doku ist, sondern ein Surfroadmovie mit fast schon Spielfilmcharakter ist, dann kann man den Film richtig genießen. Die meiste Kraft entwickelt „The Drifter“ nicht in den bedeutungsschwangeren Zitaten aus dem Tagebuch von Rob Machado, sondern in den ruhigen Momenten, die einem Raum für eigene Interpretationen lassen.

Rob Machado ist in diesem Film überall vertreten. Als Co-Autor, als Hauptdarsteller, als Erzähler und nebenbei noch in einem Teil des Soundtracks ist er vertreten. Der Soundtrack ist passend zum Film eine Collage aus verträumten und souligen Tracks, die einerseits gut zu den Bildern passen und andererseits auch textlich den Film unterstützen. Hinhören lohnt sich!

Zusammengefasst kann man sagen, dass „The Drifter“ eine ungewöhnliche Erfahrung ist, auf die man sich einlassen muss. Gut, Rob Machado ist kein Schauspieler und ab und zu wird etwas zu krampfhaft oder plump versucht, das Soulsurfer Image zu transportieren, doch diese kleinen Mängel fallen aufs Gesamtpaket betrachtet nicht ins Gewicht. „The Drifter“ hat definitv das Prädikat „replay-würdig“ verdient und wartet auch nach dem dritten Anschauen noch mit neuen Offenbahrungen auf.

Lineup-Wertung

Rahmenhandlung/Story: 9 / 10
Surf-Action/Style: 8 / 10
Soundtrack: 10 / 10
Kamera/Schnitt: 9 / 10
Bonusmaterial: – / 10
Gesamt: 9 / 10

(Text: Claas Röhl)

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