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DVD-Review: Modern Collective

Progressiv, hart,  echt. Sie ähneln einer Rockband wenn sie mit ihren engen Jeans und den großen Sonnenbrillen am Strand vorfahren. Doch es handelt sich um ein Surf-Ensemble, das Kai Neville in seinem neuen Film „Modern Collective“ um sich versammelt hat.

Neville’s  neuer Streifen ist in vielerlei Hinsicht bahnbrechend. Die Surfer Dane Reynolds, Dion Agius, Mitch Coleborn, Dusty Payne, Yadin Nicol, und Jordy Smith überzeugen durch ihre abgedrehten Air Reverses, Rodeo Rolls, und durch etliche, wohl noch namenlose, neue, spektakuläre Manöver. Die Art, in der sich die Mitglieder des „Modernen Kollektivs“ geben, ist wohl die perfekte Kombination aus Soul-Surfer und modernem, kommerziellem Surfer. Das beste Beispiel dafür ist wohl Dane Reynolds, der auf die Frage ob er nach einem Halbfinal-Ausscheiden traurig sei gerne Antworten gibt, die den Anschein einer Egal-Einstellung erwecken, der aber andererseits Tricks zeigt, die man sonst nur von Half-Pipe-Skateboardern erwarten würde.

Dane Reynolds und Jordy Smith die einzigen Dream Tour Surfer. Ab der nächsten Saison ist dann noch Dusty Payne mit von der Partie, der sich „auf eine tolle Zeit und fette Wellen mit den Jungs freut“.

Die DVD

Titel: Modern Collective
Dauer: ca. 60 Minuten
Sprache(n): Englisch
Untertitel: -
Lieferumfang: DVD, Plastikhülle
Release-Date: November 2009
Film-Website: www.moderncollective.tv

Der Film kann jedoch nicht nur durch die starken surferischen Leistungen seiner Akteure überzeugen, sondern auch filmtechnisch gibt es einen Höhepunkt nach dem Anderen. So werden zwischen den einzelnen Sequenzen Momentaufnahmen der Surfer, der Spots, der Orte und der Menschen, aus tollen Perspektiven und mit kleinen Spielereien eingeblendet.

Der Film glänzt darüber hinaus durch den perfekt ausgewählten Soundtrack. So wechseln sich im Laufe des Films fast psychedelische Elektro-Klänge harmonisch mit Westernmusik ab, die langsam in Rock übergeht. Es wird also beinahe jede Vorliebe für Musik, meist jedoch elektro-lastig interpretiert, bedient.

Short Facts

Regie: Kai Neville
Surfer: Dane Reynolds, Jordy Smith, Dusty Payne, Yadin Nicol, Dion Agius, Mitch Coleborn
Spots: Frankreich, Australien, […]
Soundtrack: Tiga, The Castaways, Primal Scream, John Leyton and The Flames, M83, ZZT, JOAKIM, Split Enz, G.L.O.V.E.S , Sebastien Tellier, Damn Arms, DATA, The Horrors, ANNIE, GOONS & KOYOTE
Film-Trailer: Click here

Eine weitere Neuheit, die sich wohl am Aufbau des Klassikers „The Endless Summer“ orientiert, besteht darin, dass Kai Neville sich von dem typischen Aufbau der letzten Surffilme löst, in denen jeder Surfer seine eigene Section hat. Modern Collective ist in 12 Kapitel eingeteilt, die jeweils an verschiedenen Orten abgedreht wurden. So lenkt Kai Neville die Aufmerksamkeit weg von den Surfern als Idolen, hin zu der wohl zentralen Botschaft des Films: es wird Zeit für den Wandel hin zu dieser modernen Art des Surfens – auch auf der Dream Tour. Es bleibt nur zu hoffen, dass dieser Impuls auch die Judges erreicht, die sich mit den aktualisierten Judging-Richtlinien für das neue Tourjahr 2010 ja bereits darauf verständigt haben progressive, neue Manöver mit Bestnoten zu bewerten.

Gesurft werden übrigens nicht die sonst üblichen Top-Barrels in Indo bei 8 Fuß und Offshore, sondern die Jungs suchen förmlich die verwaschenen und verlassenen Beachbreaks der Goldcoast und Frankreichs. Es heißt erst in solchen Bedingungen würde sich zeigen wer wirklich flexibel ist…

Schlussendlich bleibt zu sagen: ein meiner Meinung nach rundum gelungener Film, den es sich lohnt zu sehen.

Lineup-Wertung

Rahmenhandlung/Story: 7 / 10
Surf-Action/Style: 10 / 10
Soundtrack: 9 / 10
Kamera/Schnitt: 9 / 10
Bonusmaterial: – / 10
Gesamt: 8,75 / 10

(Text: Mitja Mossing)

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