Reisebericht: Neuseeland
Sucht man Neuseeland auf der Weltkarte, so findet man die zwei Inseln südöstlich von Australien. Was auf der Karte nach einem Katzensprung aussieht, sind in wirklich mehr als 2000 Kilometer. Somit kann man sagen, dass Neuseeland mitten im Ozean liegt. Für das Wetter in Neuseeland bedeutet dass, das man sich auf einiges gefasst machen muss… Nicht umsonst sprechen deshalb die Leute hier von den 4 Jahreszeiten an einem Tag, denn die Wetterbedingungen sind genauso extrem wie wechselhaft.
Was bedeutet das für uns Surfer? Extrem kann gut sein, denn in Neuseeland ist immer irgendwo Swell. Wechselhaft macht Probleme, denn es gibt selten Tage an denen die Bedingungen konstant bleiben. Besonders die Winde scheinen hier zu machen was sie wollen; kein Wunder denn ob ein Tiefdruckgebiet auf der Ostküste des Landes einschlägt, oder die Insel verpasst hängt nur von ein paar Seemeilen ab und kann zwischen Onshore oder Offshore entscheiden…
Dieses Frühjahr allerdings war das Wetter in Neuseeland durch viel Westwind geprägt. Obwohl die vorherrschenden Südwestwinde an den meisten Spots der Westküste onshore wehen, drücken sie dennoch auch eine Menge Groudswell aus den Roaring forties direkt durch die Tasman Sea, die Australien von Neuseeland trennt an die Küste. Für viele Spots ist dies allerdings zuviel Swell, denn bei 5-8+ fuß Swell und onshore bricht so gut wie keine Welle mehr sauber.
Seit Ende August bin ich nun wieder in Neuseeland und während die Westküste konstante Swells von 4-7 Fuß hatte, gab’s kaum offshore Tage. Die Ostküste nördlich und östlich von Auckland hatte zwar beinahe täglich offshore winde dennoch ließen sich die Tage an denen die Wellen höher als kniehoch brachen beinahe an einer Hand abzaehelen. Die Ostküste um Gisborne hingegen bekommt einen guten Anteil der Südswells ab, und so zählte auch diese oft unterschätzte Region mal wieder zu den besten Surfregionen in diesem Frühjahr.
Meine Wahlheimat hier in Neuseeland heißt Raglan und ist nicht nur ein beschauliches kleines Hippienest, sondern bietet auch unglaublich konstante Surfbedingungen. Die vorherrschenden Südwestwinde sind zwar auch in Raglan nicht ideal, dennoch blockt ein Berg die Winde stark ab und sorgt dafür das die Faces sauber bleiben, zudem erlauben die Riffe den großen Swells relativ sauber und surfbar zu brechen… Morgens und abends ist es zudem meist relativ windstill und der ein oder andere Offshore tag blieb auch dieses Jahr nicht aus.
So waren die Bedingungen hier in Neuseeland seit September ziemlich konstant. Während meine Freunde in Auckland oder Mount Maunganui monatelang auf gute Bedingungen warteten, war ich seit ende August fast jeden Tag im Wasser…
Mittlerweile ist der Sommer endlich angekommen, die Tage werden länger und die Sonne zeigt sich haefiger. Am vorherrschenden Westwind hat sich bisher dennoch nicht viel geändert. Morgens und abends bleibt die beste zeit und die Ostküste bleibt weitgehend flat. Für das Wochenende ist ein kleiner Ostswell angesagt mal schauen ob sich ein Roadtrip lohnt…
(Beitrag von Gunnar Lubahn)









