10 Fragen an … Aritz Aranburu
Um ein weiteres haben wir – mit der Unterstützung von Quiksilver – einen ganz großen Fang für euch gemacht! Trotz Triple-Crown-Stress ist es uns gelungen, einem von Europas großen WCT-Hoffnungen, Aritz Aranburu, einige Statements abzuluchsen. Der 24-Jährige Baske aus Zarautz ist momentan auf Platz 36 im ASP Ranking – in knapp einer Woche heißt es aber Daumen drücken, da sich der versierte Tube-Rider in Pipeline noch einmal um einiges verbessern könnte. Hier lest ihr zunächst, was er Lineup zu sagen hatte.
Lineup: Keixo Aritz! Erst einmal tausend Dank, dass du dir während der stressigen Contestsaison in Hawaii etwas Zeit für uns nimmst, das wissen wir wirklich zu schätzen! Die Triple Crown ist momentan in vollem Gange, viele sehen sich das hier als Webcast an. Was mir dabei – neben grandiosem Surfen natürlich – sofort ins Auge gestochen ist: Du hast dir ja einen mächtigen Schnauzer stehen lassen, seit du in Hawaii bist! Meinst du wohl, du siehst damit etwas angsteinflößender aus und kannst den Locals dort ein paar Wellen mehr wegschnappen?
Aritz: Nein, das hat damit gar nichts zu tun: Ich bin ein Anhänger des „Movember Movements“! Die Jungs da haben mir erzählt, ich könnte vielen Leuten mit Prostatakrebs und Depressionen helfen, wenn ich meinen Schnurrbart so weit wachsen lasse, wie möglich. Ist eine ziemlich coole Sache, schaut euch mal die Webseite an: http://au.movember.com/
Lineup: Kommen wir noch mal zum Thema Locals zurück… Ohne jetzt frech sein zu wollen, mir ist aufgefallen, dass es in den Lineups im Baskenland oft ziemlich laut ist und ganz gerne herumgeschrien wird. Hat das eigentlich irgendeine tiefere Bedeutung oder sollen damit einfach die ganzen Touristen ein bisschen eingeschüchtert werden
?
Aritz: Das weiß ich auch nicht! Generell finde ich aber, dass die Basken alle super freundlich sind, auch wenn du bestimmt mal den falschen Typen, zur falschen Zeit erwischen kannst. Wie überall eben.
Lineup: Dies ist nun dein zweites Jahr auf der WCT und dein erstes, in dem du auch alle Stops mitfahren konntest, 2008 musstest du verletzungsbedingt ja leider einige aussetzen. Welches Event hat dir denn bislang am besten gefallen?
Aritz: Ganz klar, Teahupoo. Mein Abschneiden mit dem 3. Platz war fantastisch und mein Coach war mit dabei, genau wie ich es ihm immer versprochen hatte, wenn ich mal für die WCT qualifizieren würde. Außerdem bin ich in Tahiti verliebt!
Lineup: Die meisten Prosurfer verbringen die kompletten Wintermonate auf Hawaii. Wie ist das so, ist es nicht manchmal ein bisschen eintönig, nur mit anderen Pros herumzuhängen und nicht einmal auf völlig andere Gedanken zu kommen?
Aritz: Das betrifft eigentlich hauptsächlich die Zeit, in der die Triple Crown stattfindet. Es ist halt unser Job, da zu sein in dieser Zeit des Jahres. Wir machen auch viele Photoshootings mit unseren Sponsoren. Mir gefällt das aber, ich liebe Hawaii in dieser Jahreszeit. Du solltest mal das Haus sehen, das Quiksilver für uns gemietet hat – 5 Sterne! Wenn die Contests in Hawaii zu Ende sind, ist es dann aber wirklich Zeit, einmal etwas anderes zu machen und den Kopf von den ganzen Wettkämpfen frei zu bekommen. Letztes Jahr war ich zum Beispiel für ein paar Tage in London mit meiner Freundin Arantxa, das hat mir wirklich gut getan.
Lineup: Wolltest du eigentlich schon immer Prosurfer werden?
Aritz: Ich habe mir immer die Contests, die die Pukas Family in meiner Heimatstadt veranstaltet hat, angeschaut. Die Prosurfer waren absolute Superstars für mich. Ich fand das irre cool, um die Welt zu reisen und Wellen zu jagen. Als ich dann mit meiner Ausbildung fertig war und angefangen habe, wirklich an meiner Karriere im Surfen zu arbeiten, habe ich mich so gut gefühlt. Für mich ist das immer noch der beste Job auf der Welt.
Lineup: Wenn du für eine Tag jemand anderes sein könntest, wer würdest du sein wollen?
Aritz: Travis Pastrana. Ich steh total auf seine Show im Nitro Circus!
Lineup: Nur noch knapp eine Woche bis zum letzten Stop der WCT, Pipeline Masters. Bist du schon nervös?
Aritz: Überhaupt nicht. Ich fühle mich fit und bereit für dieses Event. Es gibt keinen Grund, warum ich in Pipeline schlecht abschneiden sollte.
Lineup: Obwohl wir dir natürlich die Daumen drücken, dass alles hinhaut und du dort ein paar Hammerwellen erwischst, was würdest du machen, wenn es doch nicht klappt? Hast du einen Plan B?
Aritz: Einfach wieder auf die WQS, diesmal mit wesentlich mehr Erfahrung als vorher. Ich bin immer noch jung und hungrig.
Lineup: Was ist deine Prognose, wer dieses Jahr den Titel gewinnt?
Aritz: Mick Fanning.
Lineup: Du bist (wohlverdient) einer der besten und beliebtesten Surfer Europas. Ich wette, dich erkennen viele Leute auf der Straße oder am Strand. Kannst du Spots wie Mundaka oder Zarautz überhaupt noch surfen, ohne danach von Groupies und Grommets umzingelt zu werden? Gefällt dir der Ruhm oder wäre dir etwas mehr Privatsphäre von Zeit zu Zeit lieber?
Aritz: Ich war als Kind ja genauso, ich habe ständig nach Autogrammen gefragt. Ich habe sogar immer noch die Unterschriften von Taj Burrow und Pancho Sullivan auf meinem ersten Skateboard, da war ich sowas von stoked. Deswegen überrascht es mich immer wieder total, dass jetzt ich es bin, der von vielen Leuten nach Fotos und Autogrammen gefragt wird. Aber es gibt nichts besseres, als Menschen glücklich zu machen. Trotzdem habe ich auch gerne einmal etwas Zeit nur für mich allein, die bekomme ich aber wenn ich reise zur Genüge.
(kal)
(Fotos: aritzaranburu.com / ASP World Tour)







