DVD-Review: 21 days later
Der Ort meiner Träume hat seit geraumer Zeit einen Namen: Macaronis. Seitdem ich den Film „21 days later“ gesehen habe, noch ein bisschen mehr als vorher. Der Film, den wir nun dank der Unterstützung von X-treme Video vorstellen werden, handelt von einer Gruppe von britischen Surfern, die auf einem dreiwöchigen Bootstrip um ein weiteres Mal die Frage aufwerfen, warum man sich eigentlich gerade im kalten Deutschland befindet und nicht auf einer Yacht mitten in den Mentawais.
Das Plot des Films ist an sich nichts wirklich Neues, weshalb ich mir auch nichts Bahnbrechendes von dem Film erwartet habe. Prosurfer, die eine tolle Zeit in den mitunter besten Wellen der Welt haben, kennt man bereits von etlichen anderen Surffilmen. Dennoch war ich von „21 days later“ durchaus positiv überrascht, da der Film dieses schöne Fleckchen Erde noch einmal aus einem etwas anderen Blickwinkel zeigt, als die meisten anderen Mentawai-Produktionen.
Die DVD
Titel: 21 days later
Dauer: Hauptfilm ca. 50 Minuten. Bonus Features incl. Bonus Mini Film ca. 40 Min.
Sprache(n): Englisch
Untertitel: Englisch (optional)
Lieferumfang: DVD, Plastikhülle
Release-Date: Oktober 2009
Film-Website: www.mrbproductions.co.uk/21dayslaterKaufen bei x-tremevideo.com
In erster Linie ist dies wohl den Hauptdarstellern des Films zuzuschreiben: Reubyn Ash, Sam Lamiroy, Lee Bartlett, Easkey Britton, Robyn Davies, Mike Morgan und Alan Stokes sind einige der besten Surfer, die Großbritannien im Moment zu bieten hat, sind aber sowohl in ihrem Surfen, als auch in ihrer Persönlichkeit allesamt total verschieden, was den Film vielerlei Hinsicht bereichert.
So ist Reubyn Ash, den einige vielleicht als Wildcard beim diesjährigen Billabong Pro in Mundaka in Erinnerung haben, für Aerials und Spielereien im Young-Guns-Style verantwortlich; Sam Lamiroy und Lee Barlett nehmen sich eher die Barrelsektions von einigen fiesen Wedges vor; die beiden Ladies an Board, Easkey Britton und Robyn Davies sorgen für den femininen Touch.
Auch die angefahrenen Spots rund um die tropischen Inseln südwestlich von Sumatra, die nicht zu unrecht vom amerikanischen “Surfer”-Magazine zum „größten Spielplatz der Welt“ getauft wurden, sind sehr vielfältig. Die Spannweite reicht von perfekten, kleinen Spaßwellen, von denen praktisch jeder Surfer träumen würde, bis hin zu fetten Reefbreaks auf denen diejenigen, die sich herauswagten, einiges an Haut zurücklassen mussten. Vorgestellt werden unter anderem Macaronis, Lance’s Left und Right a.k.a. Hollow Trees, Telescopes, E-Bay, The Hole und Pit Stops, sowie einige Secrets, die Crew en Route entdeckt.
Durch die Kommentare von Sam Lamiroy, Alan Stokes, Lee Bartlett und Produzent Mr. B alias Anthony Butler werden die Spots jeweils ausführlich beschrieben, was dem Film den Touch eines Reiseführers verleiht. Besonders erfrischend fand ich hier, dass im Gegensatz zu vielen anderen Surffilmen in poshem British-English gesprochen wird und auf die meisten obligatorischen Standard-Platituden („yeah… you know… it was like fucking massive…like barreling over, like, razorsharp reef and stuff, you know?“ etc. ) ausnahmsweise verzichtet wurde. An manchen Stellen, vor allem zu Beginn des Films, hätte ich mir teilweise etwas weniger Kommentare und dafür mehr musikalische Untermalung gewünscht, nach 10 Minuten wird das Verhältnis von Kommentaren und Soundtrack aber etwas ausgeglichener und man fängt an, die teilweise sehr nützlichen Tipps von Lamiroy & Co. wirklich zu schätzen zu wissen.
Short Facts
Regie: Anthony Butler
Surfer: Reubyn Ash, Sam Lamiroy, Lee Bartlett, Easkey Britton, Robyn Davies, Mike Morgan, Alan Stokes. Also feat. Clay Marzo, Jack Johnson, Nathan Philipps, Yadin Nicol, Adriano de Souza, Benjamin Sanchis, Rizal Tanjung, Kalani Robb u.v.m
Spots: Mararonis, Lance’s Left,Hollow Trees, Telescopes, E-Bay, The Hole, Pit Stops, Bank Vaults […]
Soundtrack: Roy and Jon, Panama Kings, Ruby Rough, Aqualise, Jac Daw, War Kittens, The Jane Bradfords, Casino Burn, Shamantis, Nature Program
Film-Trailer: Click here
Gegen Ende des Films geben einige internationale Pros wie Clay Marzo und Adriano de Souza, die die Crew zufällig an einem der Spots trifft, ein kurzes, erwartungsgemäß beeindruckendes Gastspiel. Insgesamt hat mir aber gerade der Fakt, dass auch hierzulande nicht allzu bekannte Surfer und nicht nur die üblichen Verdächtigen im Mittelpunkt stehen, besonders gut an dem Film gefallen. Durch das unterschiedliche Skill-Level der Crew, das zwar durch die Bank hoch ist, aber eben doch nicht immer auf WCT-Niveau, gab es bei mir persönlich wesentlich mehr „That could be me“-Momente, als bei vielen anderen Surfmovies, weshalb der Film super als Motivationsmittel vor dem nächsten Trip zu gebrauchen ist. Wobei man von den, an nicht wenigen Stellen gezeigten, Schnitt- und Schürfwunden schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt wird. Andererseits – alle haben es überlebt und sind den Rest des Films mit einem fetten Grinsen weitergesurft, auch kein schlechter Gedanke.
Der Soundtrack des Films ist nicht schlecht, zumindest meiner Meinung nach aber auch nichts Besonderes. Schnitt- und kameratechnisch ist mir nichts negativ aufgefallen, wobei es schon einen kleinen Unterschied zu Produktionen mit einem etwas höheren Budget gibt – krasse Schnitte à la Taylor Steele und aufwendige Nachbearbeitungen sind also nicht zu erwarten. Was allerdings nicht heißen soll, dass die Qualität des Films dadurch in irgendeiner Weise beeinträchtigt wird, im Gegenteil wurde bei der Kameraführung tadellose Arbeit geleistet.
Insgesamt ist „21 days later“ ein feiner, wirklich sehenswerter Film, nicht nur weil die Mentawais um ein weiteres zeigen, dass es das Paradies auf Erden – zumindest für einen Surfer – wirklich zu geben scheint, sondern vor allem durch die positive Stimmung, die der Film hinterlässt. Die Jungs und Mädels bringen vor allem eines herüber – Surfen macht einfach verdammt viel Spaß.
Lineup-Wertung
Rahmenhandlung/Story: 7,8 / 10
Surf-Action/Style: 9 / 10
Soundtrack: 7 / 10
Kamera/Schnitt: 8,5 / 10
Bonusmaterial: 8,3 / 10
Gesamt: 8,1 / 10
(kal)










hank am 19. November 2009 um 16:09
großer film mit fantastischem soundtrack !!