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Wrap-Up Eurosurf 2009 in Jersey – Channels Islands

Der älteste Surfclubs Europas (1969) Jersey Surfboard Club lädt zum zweiten Mal für die Europameisterschaften auf die malerische Kanalinsel ein.

13 Teams aus ganz Europa sind diesem Aufruf gefolgt und werden zum Beginn der Woche von atemberaubender Kulisse, strahlendem Sonnenschein und kleinen 2ft. Wellen mit leichtem Offshore empfangen.

Deutschland ist mit einem vollen Team nach Jersey gereist um einen Platz in den Top10 zu sichern. Nach diversen Absagen von unseren Semi- und Profisurfern (Marlon Lipke, Niko von Rupp, Sonja Hönscheid, Joana Schenker), war das Team zwar stark geschwächt, Teamchef Jan Groenendijk konnte jedoch zum Start der Europameisterschaften ein schlagfertiges Team melden, dass noch der einen oder anderen großen Surfnation große Probleme besorgen sollte.

Erstmals zurück im Kader der Nationalmannschaft, ist Melvin Lipke. Der Powersurfer aus Portugal und kleiner Bruder von WCT Surfer Marlon Lipke war nach einem Konflikt vor einigen Jahren erstmals wieder im Team dabei und bereicherte die Mannschaft nicht nur surferisch. Melvin kämpft sich Runde für Runde durch seine Heats und kann trotz widrigster Bedingungen sein Talent demonstrieren und bestätigt die Nominierung ins Team mit einer soliden Drittrundenplatzierung und einem 25. (von 75) Platz und bringt 360 Punkte auf das Teamkonto.

Arthur Wystrychowski aus Berlin, hat nach der Absage von Tim Schubert die Wildcard für den GermanLocalHero erhalten und sicherte sich damit das Ticket nach Jersey. Arthur beeindruckt bereits in den Trainingssessions mit seiner leichtfüßigkeit, doch für den Berliner sind die Konkurrenten aus Spanien und Marokko zu stark in der ersten Runde. In der Hoffnungsrunde trifft Arthur u.A. auf Teamkollegen Hannes.

Hannes Simon, seit Jahren ein Kandidat für einen Top10 Platz bei den Deutschen Meisterschaften verdankte seiner konstanten Leistungen die Nominierung in den Kader und darf gleich in zwei Klassen Deutschland vertreten (Open und Senioren). In der Seniorclass (ab 28 Jahren) zieht Hannes sehr souverän in die 2 Hauptrunde ein und macht einen guten Eindruck. Als Doppelstarter in der Openclass hat Hannes Pech und hat mit Spanien und Marokko zu starke Gegner.

Das Aufeinandertreffen von Hannes und Arthur wurde im Vorfeld ausgiebig besprochen und die zwei Deutschen positionieren sich taktisch im Wasser müssen jedoch gegen zwei Lokalmatadoren ins Rennen. Die immer schlechter werdenden Wellen erleicherten den Kampf nicht gerade und Hannes und Arthur kämpfen lange um eine gute Positionierung im Wasser. Parallel am Strand freunden sich die Teams aus Channel Islands (Jersey) und Deutschland an und fiebern beide Teams lange mit bis nach zwei kritischen Situationen Hannes und Arthur auf die Plätze drei und vier verwiesen werden. Arthur sichert sich damit den 66 Platz (158 Punkte) und Hannes sorgt mit seinem 61. Platz immerhin für 180 Punkte in der Gesamtwertung.

Das Pech schlägt am Abend bei einer Trainingssession in ganz kleinen Bedingungen dann richtig zu. Hannes verletzt sich am Fuß und macht sich nicht auf den Weg durch die Runde 2 in der Seniorenklasse sondern wird ins Krankenhaus gebracht. Mit Krücken und Gips bewaffnet ist Hannes kurze Zeit später wieder zurück am Strand und feuert gewohnt das Team auf Krücken an. Traurige Bilanz: 2. Rundenaus, aber immerhin 488 Punkte für das Team. Hannes muss früher abreisen als das Team und muss für weitere Untersuchungen zurück nach Hause und kann auch nicht bei den Quiksilver German Champs starten.

Thomas Schmidt, ebenfalls als Doppelstarter für Deutschland an den Start gegangen hat in der Openclass eines der härtesten Lose gezogen. Seine Gegner aus Spanien und Marokko legen sofort los und begeistern Zuschauer und Judges gleichermaßen. Scores weit über der 10-Punktemarke lassen für Thomas wenig Hoffnung zu. In seinem Reppercharge Lauf muss Thomas es dann gleich gegen drei Schweden aufnehmen – keine Chance für Thomas nun liegt der gesammte Fokus auf der Longboardklasse.

Thomas hat auch in der Longboardklasse gleich zu Beginn eine schwere Losung erwischt. Die Gegner aus Portugal, England und Marokko geben Thomas wenig Raum im Heat. Die Wellen sind sehr klein und Thomas kommt nur schwer in seinen Lauf. Die Reppercharge der Longboardern wird dann in winzigen Wellen ausgefahren. Die Judges sitzen bei dem niedrigen Wasserstand über hundert Meter vom Lineup entfernt und mehr als fraglich entscheiden sie, dass Thomas als vierter den Heat beendet. Trotz einer soliden Vorstellung scheidet Thomas völlig unverdient gegen Belgien, Schweiz und Marokko aus.

Dieter Gerards findet gegen seine Gegner aus Belgien, Portugal und England nicht richtig in den Lauf und muss ebenfalls in die Reppercharge. Dort warten Surfer aus Marokko, Irland und Schweden auf unseren Kölner und verweisen ihn wiederholt auf den 4.Platz, das Aus im Longboarden für Dieter. In der Masters Klasse (ab 35 Jahren) trifft Dieter dann gleich in der ersten Runde auf den Spanier Dani Garci (der später Europameister werden wird). Während Dieter ein paar gute Wellen erwischt demontiert Dani Garci die Konkurrenz mit Aerials und starken Snaps. Ganz knapp kann leider dann auch noch der Schwede an Dieter vorbeiziehen und ihn somit in die Reppercharge schicken. Dieter kämpft gut und verpasst um zehntel den Einzug in die nächste Hauptrunde. Aufgrund der immens starken Konkurrenz ein respektabeles Ergebnis und so wird Dieter von seinen Teamkollegen lautstark am Strand empfangen.

Nach der Absage von Sonni Hönscheid, nachnominiert darf Doris Then, amtierende Deutsche Hochschulmeisterin erstmals an einem internationalen Event teilnehmen. Die Studentin aus Essen kämpft in ihrem ersten Lauf mit den Wellen kann sich aber klar durchsetzten und zieht verdient in die zweite Hauptrunde ein. In winzigen 1ft. Wellen fehlen Doris am Ende zehntel Punkte um in die dritte Hauptrunde einzuziehen und scheidet Doris leider bereits in Runde zwei aus.

Eva Kreyer, genesen nach einer schweren Knieverletzung zu Beginn des Sommers, geht fit in Jersey an den Start. Unter ständiger Betreuung von Teamphysio Martin Müller, ist die Hagenerin einsatzfähig gemacht worden und demonstriert in ihrem Erstrundenlauf ihre Stärke und zieht verdient in die zweite Runde ein. Ebenso wie Doris muss Eva dann in winzigen Wellen die zweite Hauptrunde überstehen und schafft es knapp ins Viertelfinale einzuziehen. Dort hat Eva dann allerdings viel Pech und scheidet, sehr überraschend aus. Eva hat den Heat über kaum Wellen erwischen können und zeigt dann in einer Welle ihre gebündelte Stärke mit einem riesigen Turn befördert sie eine Wasserfontäne in die Luft und hat auch nach Aussage des Teamchefs einer der Gegner damit eigentlich die beste Welle des Heats gesurft. Leider werten die Punktrichter dies anders und so scheidet Eva leider knapp vor dem Halbfinale aus.

Als großer Favorit ist Pablo Prieto Serrano nach Jersey angereist. Gemeinsam mit seinem Bruder Yamir, vertritt Pablo Deutschland seit Jahren international als große Bodyboard Hoffnung und gehört aktuell zu den 16 besten Bodyboardern der Welt. Die erste Runde übersteht Pablo souverän und zieht gemeinsam mit einem Portugiesen ins Viertelfinale ein. Völlig überraschend findet Pablo hier gegen Frankreich und Marokko nicht wirklich in seinen Lauf wird dritter und scheidet damit aus. Trotz guter Leistungen und ein paar guten Mannövern findet Pablo nicht die richtigen Wellen und muss dem weiteren Verlauf der Bodyboard Klasse leider vom Strand aus zuschauen. Als Doppelstarter darf Pablo aber auch noch in der Openclass ran und wird hier zur großen Überraschung. Als Bodyboarder eher ein ungewöhntes Bild zieht Pablo hier in die zweite Hauptrunde ein, muss sich aber dort der Konkurrenz beugen, sichert dem Team allerdings wichtige Punkte für das Teamranking.

Bruder Yamir Prieto Serrano startet als Top2 Seed in der Openclass und im Bodyboarden. Yamir demonstriert seine Klasse, muss sich aber knapp dem Spanier und Marokkaner in der ersten Runde geschlagen geben. In seinem Repperchargelauf muss Yamir dann gemeinsam mit Melvin ins Wasser. Als klar wird, dass nur ein Deutscher in die zweite Runde kommen kann, zieht Yamir die Taktikkarte und hilft Melvin im Wasser in die nächste Runde einzuziehen.

Beim Bodyboarden hat Yamir wiedermal mit einem Engländer und einem Portugiesen sehr starke Gegner und wird auf Platz drei verwiesen. In der Reppercharge trifft er mit einem Iren und zwei Walisern wiedermal auf starke Gegner und muss sich trotz guter Leistung zuletzt knapp geschlagen geben und scheidet aus.

Das Fazit aus der diesjährigen Europameisterschaft:

Trotz wahnsinns Kulisse, gigantischem Rahmenprogramm (wenn’s keine Wellen gibt (Museum, Zoo, Hochseefischen, Tennisspielen, WiFi,…), den vielleicht besten Gastgebern der Welt, sehr netten Gegnern im Wasser und an Land, einer super Stimmung unter den Nationen, einem sehr bunten Team und und und und…. surfen mit Wellen macht einfach mehr Spaß…

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Quiksilver und Roxy die diesen Trip möglich gemacht haben, sowie all den zahlreichen Helfern und Freiwilligen die im Hintergrund das Team unterstützt haben und für Wellen gebetet haben!

(tmt via DWV Nationalteam)

3 Kommentare
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  1. Teamranking, Gesamtwertung hier und da, aber: Wo ist denn jetzt unser Team gelandet??? Oder hab ich das übersehen?

  2. 10. hinter Holland und vor Schweiz, Belgien und Schweden.

  3. weiter so!

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