Local Hero: Doris Then
Doris Then, die diesjährige Gewinnerin der Open Women der ADH, die auch in den letzten Jahren dort und bei der DM meist weit oben mit dabei war, ist in unserer Local Hero Serie in besonderer Weise vorzustellen, da sie es als wirkliche „Land-locked“ Surferin aus Bochum dorthin geschafft hat.
Das erste Mal zum Surfen kam Doris, für Deutsche ganz klassisch, in Frankreich im Surfcamp. Danach verbrachte sie ein halbes Jahr zum Schüleraustausch in Kalifornien, hatte wegen ihrer erst einwöchigen Surferfahrung aber noch nicht den rechten Erfolg mit den kalifornischen Wellen. Surfen rückte erst während des Studiums in den Mittelpunkt. „Während des Semesters büffelte ich wie ein Tier. Schrieb dann alle Klausuren zum Vortermin um möglichst viel Zeit am Meer verbringen zu können. Die Sommer verbrachte ich immer in Südfrankreich, wo ich für Wavetours als Surflehrerin arbeiten konnte. Im Winter gings meistens für paar Wochen nach Portugal. In der Zwischenzeit war ich fast in Holland zuhause. Manchmal haben wir uns im Sommer auch nach der 12 Uhr Vorlesung mit paar Surfern ins Auto gesetzt und sind für eine Session runter gedüst. So konnte man gut paar Stunden surfen und war noch am selben Abend wieder daheim.“
Rückblickend sagt Doris, dass sie sich in Punkto surfen nicht immer leicht getan hat: „Am Anfang hatte ich furchbare Angst vor „großen“ Wellen. Groß war für mich dabei schon schulterhoch. Die erste Person die jemals zu mir sagte ich würde gut surfen war Dago Lipke. Erst war ich total verwundert und dachte er meint das nicht ernst. Dann weckte das einen großen Ehrgeiz in mir. Ich wollte unbedingt wirklich gut werden.“
Als Surferin, die das Meer nicht vor ihrer Haustür hat und somit jede Session mit einer Reise oder zumindest einem Tagestrip verbunden ist, ist für Doris jeder Surf ein besonderes Erlebnis. Am liebsten Teilt sie dies mit anderen Mädels, weil die im Wasser eine entspanntere Einstellung haben und die Wellen mehr miteinander Teilen.
„Noch letzte Woche im Wasser sagte ein Freund zu mir: „If you want to surf with men, you have to fight for the waves like a man“. Abgesehen davon finde ich, dass Frauen sehr ästhetisch surfen und ich mir viel bei ihnen abschauen kann, da Kraft und Können ähnlich zu meinem Level sind. Surfs mit anderen Männern pushen mich allerdings auch. Vor allem was schwierige Bedingungen angeht (Riffe, große Wellen)!“
Zumeist ist sie in Europa unterwegs, möchte aber gerne auch nach Neuseeland und noch einmal nach Kalifornien und Bali, außerdem würde sie gerne Mal auf Sylt surfen, was für das Surfen in großen Onshore Bedinungen, so wie in den ersten Runden der diesjährigen ADH, auf jeden Fall eine super Vorbereitung sein kann. Auf die ADH hat sie sich dieses Jahr jedoch nicht in der Nordsee, sondern im Maximum Surfcamp in Portugal vorbereitet „Ich Habe dort gelernt mich in schwierigen Bedingungen durch zu setzten. Ich glaube, das hat mir auch geholfen zu gewinnen.“
An das Teilnehmen an Contests, musste sie sich erst einige Zeit gewöhnen, bevor sie Spaß und Erfolg dabei hatte: „Die ersten Contests die ich mitgemacht habe, fand ich furchtbar. Hatte so Angst mich zu blamieren, dass ich im Wasser total blockiert war und überhaupt nichts gebacken bekommen habe. Mittlerweile machen mir Contests unheimlich Spaß. Wenn ich am Wasser stehe, kann ich es kaum erwarten bis das Horn trötet. Von mir aus könnte es noch viel mehr offene Contests in z.B. Holland geben.“
Obwohl Doris sicherlich eine der besten Frauen in der deutschen Surfszene ist, hat sie (bisher) noch keine Sponsoren. „Das ist ok, weil es niemanden gibt der einem Druck macht bei Contests gut abzuschneiden. Allerdings nervt es auf der anderen Seite manchmal, wenn man sich als Student alle paar Monate einen neuen Neo kaufen muss, weil der Alte mal wieder viel zu früh den Geist aufgibt. Dazu kommt noch, dass man als Surfer in bevorzugt europäischen Gewässern fast immer drei Anzüge in verschiedenen Dicken von 3/2 bis 5/3 plus Winterausrüstung und einen Sommershorty braucht.“ Also liebe Surffirmen, wenn ihr versprecht Doris immer nett zu Doris zu sein, können wir gerne ihre Mailadresse weitergeben
Auf die Frage, wie ihr die ADH dieses Jahr gefallen haben, hat Doris neben viel Lob auch einige Kritik zu äußern: „Einerseits super, dass der Event weiter wächst, andererseits hatte ich das Gefühl, dass manchen Besuchern dieses Jahr das Surfen egal war und bei ihnen eher rumpöbeln und sinnlos Sachen zerstören auf der Tagesordnung standen. Natürlich sind die Partys wichtiger Bestandteil des ADHs, aber wenn bei 800 Besuchern nicht mal die hälfte zum Contest am Strand erscheint, wundert mich das doch.“
Wenn Doris grade mal nicht unterwegs ist und nicht surfen kann, geht sie schwimmen, joggen oder longboarden um fit zu bleiben. Bei schönem Wetter lässt sie sich gerne mal paar Ründchen an der Wakeboardanlage in Langenfeld um den See ziehen.
Für dieses Jahr hat Doris sich zum Ziel gesetzt bei der DM in Mimizan gut abzuschneiden, ihre Diplomarbeit fertig zu stellen und Danach möchte ich einen Job als Wirtschaftsinformatikerin finden (ja, es gibt auch ein Leben neben dem Surfen
). Außerdem möchte sie ein paar kleine, offene Contests vom Surfclub Peniche oder in Holland mitsurfen, wenn es zeitlich passt. Ihr Job soll sie dann möglichst an einen Ort auf der Welt führen der nicht zu weit vom Ozean weg ist, sodass sie zumindest am Wochenende zum Surfen kommt.
(sab)
(Fotos (1+2): Carla Tome / (3+4): Meike Reijerman)










Flug am 12. August 2009 um 15:02
wow… der Traum eines jeden Surfers, der nicht an der Küste groß geworden ist! Und das auch noch aus Bochum!! yeeeah, ich komme aus Gelsenkirchen
und werde meinen Traum auch wahr machen! Bin bald in Kalifornien und werde meine Fähigkeiten verbessern, so wie ich es bisher in Florida, Australien und natürlich Holland getan habe. Zu Holland muss ich sagen, dass es unterschätzt wird. Spots wie Scheveningen, Petten oder Wijk aan Zee sind einfach super. Zwar braucht man einige zeit um sich an die cobble-wellen zu gewöhnen und dazu gehört auch der ein oder andere Wipe-Out beim Close down, aber da müssen wir ja alle durch!
Wünsche der Doris auf jeden Fall alles gute und bin stolz, dass es eine Ruhrgebietlerin soweit geschafft hat. Das ist auch mein Ziel! peace