Reiseführer: Algarve
Die Algarve ist die südlichste Region Portugals und beinhaltet 155 km Küstenlinie. Aufgrund der geographischen Lage ist diese Gegend bei Surfern, anderen Touristen, wie auch Senioren, die hier ihre Rente verprassen wollen, ziemlich beliebt, denn außer auf den Kanarischen Inseln, ist es nirgendwo in Europa konstant so warm wie hier.
Die Anreise ist recht unkompliziert, sofern ihr fliegen wollt. Viele Airlines (z.B. Air Berlin, HLX, Lufthansa, Germanwings) fliegen Faro an, wobei diese Verbindungen im Winter teilweise aussetzen und man günstiger nach Lissabon fliegt und von dort aus mit dem Mietwagen oder dem Reisebus fährt. Mit dem Auto ist es von Deutschland eine ziemlich anstrengende (und auch teure) Mission an die Algarve zu fahren und es ist wahrscheinlich am Klügsten in Frankreich und Spanien auch ein bisschen surfen zu gehen und sich mal auszuschlafen, bevor man am nächsten Baum endet.
Die Küste der Algarve ist in ihrem Verlauf sehr unterschiedlich. Der Abschnitt zwischen der spanischen Grenze und Faro ist von vorgelagerten Inseln geprägt, die teilweise nur mit der Fähre zu erreichen sind. Sicherlich gibt es in der Winterzeit hier das ein oder andere Mal Wellen, Spots, die eine Reise wert sind, sind jedoch nicht dabei. Die zentrale Küste zwischen Portimão und Lagos zeichnet sich vor allem durch ihre vom Tourismus geprägten Orte aus, viele Strände haben bei großen W Swells oder allen S Swells jedoch potential. Die windzugewandte Südküste zwischen Lagos und Sagres bietet die besten Surfbedingungen der Südküste. Große NW/W Swells, die von Winden aus der gleichen Richtung begleitet werden, kommen hier als saubere Wellenlinien, die sich um das Kap gebogen haben mit Offshore wind herein. Die Westküste zwischen dem Cabo de São Vicente und Odeceixe ist aufgrund ihrer offenen Lage für den Sommer die beste Option, aber der nachmittäglich einsetzende Nordwind macht die Wellen oft kaputt. Dieser Küstenabschnitt ist in den Naturpark der Costa Vicentina eingebettet, weswegen er (noch) von Hotelburgen verschont ist. Hier gibt es neben Lagos die meisten Surfcamps und Schulen.
Wie man also schon sehen kann, gibt es eine große Varietät von verschiedenen Spots bei verschiedenen Bedingungen. Im Sommer bei kleinen Swells werden sich alle Surfer an Stränden wie Amado, Cordoama oder Castelejo um die Wellen schlagen und es kann ziemlich voll im Wasser werden.
Sowie es größere Wellen und Onshore an der Westküste gibt, bietet sich Sagres und Umgebung an. Tonel und Beliche sind ebenfalls Beachbreaks, an denen aber mehr Bodyboarder und Portugiesen als Touristen im Wasser sind, weswegen das Level höher liegt. Die Wellen sind jedoch auch anspruchsvoller, als an vielen Westküstenspots.
Zavial liegt auf dem Weg von Sagres nach Lagos und bekommt meist mehr Swell ab, als die meisten anderen Strände an der Südküste. Hier kann es schnell recht groß und tubig werden. Weiter Richtung Lagos liegt Luz, ein Ort, der von englischen Touristen eingenommen wurde, aber unvermutet einen ziemlich guten rechten Pointbreak, sowie ein Riff mit einer saugenden Left auf seiner anderen Seite hat. Bei einem großen Swell lohnt es sich auf jeden Fall hier zu checken.
Natürlich gibt es zwischen diesen bekanntesten Spots noch dutzende Weitere, die zum Teil genau so gut laufen, aber wesentlich leerer sind. Kleine Buchten an der Westküste, die man nur erreicht, wenn man die Klippen runter kraxelt und versteckte Strände an der Südküste, an denen nur ein paar Rentner mit ihrem Mobile Home stehen, wollen entdeckt werden. Dafür sollte man auf jeden Fall ein Mietauto haben, denn alle Spots sind meist eine kilometerlange Buckelpiste von der Landstraße entfernt.
Ein Mietwagen ist im Vergleich zu Spanien recht günstig, vor allem in den Wintermonaten kommt man mit zwei Personen oft deutlich unter 10 € pro Tag und Person (und ich spreche hier nicht von einem abgefuckten Zweitürer).
Generell ist Portugal ein preiswertes Land, was die Lebenshaltungskosten betrifft. Vor allem sollte man regionale, frische Produkte kaufen und Intermarché meiden, denn dort werden die meisten Produkte für deutsche oder englische Touristen Importiert und eine Dose Ravioli aus Deutschland kann schnell mal über drei Euro kosten.
Unterkünfte sollte man im Sommer auf jeden Fall vorbuchen, außerhalb der Saison kann man mit dem Auto aber auch spontan sehr gut fündig werden. Wie man sich denken kann ist die Situation bezüglich Mietwagen und Unterkunft im Sommer entsprechend schwieriger und teurer.
Wenn es mal keine Wellen gibt oder zu windig ist, lohnt es sich Lagos, Aljezur und Sagres anzuschauen, in einer Pastelaría einen „Galão“ und ein „Pastel de Nata“ zu bestellen, oder den Sonnenuntergang in einer Bar bei einem Sagres zu genießen. Ausgehen kann man in jedem größeren Ort, Albufeira und Armação da Pêra sind jedoch nur denjenigen zu empfehlen die den Anblick halb nackter, übergewichtiger Engländerinnen, die auf dem Tisch tanzen, ertragen können. In Sagres und Lagos ist die Atmosphäre deutlich entspannter.
Nützliche Links:
www.rede-expressos.pt (größtes Busunternehmen Portugals)
www.eva-bus.com (Busunternehmen; sehr billig und schnell von Lagos nach Lissabon)
www.cp.pt (Portugiesische Bahn)
www.hostelworld.com (sehr große Auswahl an Unterkünften jeder Preisklasse)
www.algarve-live.de (Infoseite auf deutsch)
Surfcamps (Auswahl):
www.homeless-surfcamp.de – Odeceixe
www.algarvesurfcamp.com – Carrapateira
www.surfing-algarve.com – Burgau
www.missiontosurf.at – Arrifana
www.thesurfexperience.de – Lagos
www.funridesurfcamp.com – Raposeira/ Praia do Amado
www.freeridesurfcamp.com – Sagres / Praia do Amado
(sab)








Torben Meyer am 10. September 2009 um 15:13
Hallo DWV Team,
bei den Links zu den Surfcamps muss ich sagen das ich vor ein paar Wochen im Surfcamp-Algarve in Carrapateira verbracht habe im August. Anfangs komplett mir Kurs und allem, später nur Unterkunft gebucht. Es war einfach traumhaft, alles hat gepasst, die Leute, das Camp, der Unterricht. War vor 2 Jahren schon einmal in einem Camp in Frankreich und das war wirklich ein Witz dagegen. Schade das dieses Camp bei euch nicht auftaucht. Die beiden Campbetreiber sind Locals und führen Ihr Camp wohl schon seit mehr als 10Jahren in Carrapateira.
Habe dort auch die anderen Camps ein wenig “kennen gelernt” und erfahren das das freeride surfcamp (logo mit dem Leuchtturm) garnicht mehr existiert in Sagres?!
Sonst sind die Infos auf eurer Seite aber sehr nützlich und hilfreich, hätte ich sie vor dem Tripp gelesen, hätt ich mir glatt einen Mietwagen genommen.
weiter so, torben