10 Fragen an … Eva Kreyer
Wir hatten drei Münchner Eisbach-Groms, einen Bodyboarder, einen Big-Wave Surfer, Vertreter der Surfindustrie und sogar einen waschechten WCT Champ (mit Zwillingsbruder) als Interviewpartner. Mit Eva Kreyer haben wir nun auch endlich die erste Frau in unserer Serie “10 Fragen an …” interviewen können. Das Interview hat und sogar so viel Spaß gemacht, dass wir am Ende gar nicht mehr aufhören wollten und wir letztlich bei 11 statt 10 Fragen gelandet sind.
Lineup: Wie ist das für dich eigentlich ein Interview zu geben- mittlerweile schon eine Pflicht an die du dich gewöhnt hast, oder ist man als deutsche Surferin doch nicht so bekannt, dass man jeden Tag ein anderes Magazin vor der Tür stehen hat?
Eva: Neeeee, das kommt zwar öfter vor, aber ich schreibe sonst ja eher Reiseberichte, deswegen macht mir Fragen beantworten extra Spaß.
Lineup: Bei der DM lieferst du dir im Finale regelmäßig einen Zweikampf mit Sonni Höhnscheid, wie ist euer Verhältnis außerhalb des Wettkampfs? Ihr seid ja beide Wahl-Fuerteventuranerinnen (was für ein Wort?! wie heißen bitte die Bewohner Fuerteventuras?) und ich gehe davon aus ihr lauft euch recht oft über den Weg.
Eva: Sonni und ich verstehen uns gut, dieser ewige so genannte „Zweikampf“ trübt manchmal ein wenig die Stimmung, aber wir sind gern miteinander unterwegs. Die Bewohner Fuerteventuras heißen übrigens Majoreros.
Lineup: Wo wir grade beim Thema DM (bzw. QGC) sind- denkst du die gewohnte Rollenverteilung wird sich in den nächsten Jahren fortsetzen, oder siehst du eine Veränderung/eine neue Favoritin auf die Damen Open zukommen?
Eva: Ich hoffe sehr, dass es in den nächsten Jahren immer mehr Mädels bei der DM gibt. Das Startfeld der Jungs wächst und wächst, nur bei uns sind es immer die gleichen. Ich werd mal beim ADH-Cup ein bisschen werben und den surfenden Mädels in Deutschland vermitteln, dass die DM ein riesen Spaß ist. Man trifft Gleichgesinnte und das gegeneinander surfen bringt einen schnell voran. Ausserdem nehmen wir Mädels die Sache nie so ernst, wie die Jungs. Mal ehrlich, wen interessiert schon, wer da wie abschneidet,…
Info-Box: Eva Kreyer
Contest-Ergebnisse:
1. Platz ADH-Open Frauen 2005
1.Platz DM 2005
1.Platz Soulwave 2005
6.Platz Eurosurf 2005
3. Platz DM 2006
2. Platz DM 2007
1.Platz ADH- Open Frauen 2007
2. Platz QGC 2008Sponsoren:
Vans, O´Neill, Planet Sports, msc SurfboardsHomepage: www.soerfcamp.de
Lineup: Wann hast du eigentlich begonnen zu surfen und ab wann kam dir der Gedanke das Hobby zum Beruf zu machen?
Eva: Ich habe nach dem Abi klassischerweise mit Freunden in Frankreich auf dem Campingplatz abgehangen und bin dort infiziert worden. Da ich schon als Kind viel mit dem Windsurfer und dem Skateboard unterwegs war, hatte ich wohl einen kleinen Vorteil…mich ohne Brett unterm Fuß gab es eigentlich nie…Beruf? Das hat sich so ergeben, vielleicht ändert sich das auch wieder, aber zur Zeit bin ich mit dem Sörfcamp sehr zufrieden.
Lineup: Es gibt ja kaum eine andere deutsche Frau, an der du dich messen kannst. Oft hilft es ja jemanden zu sehen, der einen ähnlichen Hintergrund hat (z.B. auch nicht am Meer aufgewachsen) und den man als Vorbild sehen kann. An wem orientierst du dich?
Eva: Ich mach nach Bauchgefühl, wenn ich mal nicht weiter weiß, frag ich Mama…nee aber ich orientier mich eigentlich an niemandem…außer dem Wetter
Lineup: Sollte man sich als Frau beim Surfen an einem Mann orientieren?
Eva: Tja,..wahrscheinlich eher nicht. Wie in den meisten Sportarten lassen sich die beiden Geschlechter nicht vergleichen, jeder hat seinen eigenen Stil und Vorteile. Aber ich guck mir nie Frauensurffilme an oder die Mädelsheats der ASP- immer die Jungs. Die sind einfach so viel besser.
Lineup: Kannst du dir vorstellen jemals wieder in Deutschland zu leben, oder sind Frankreich/ Fuerteventura schon deine neue Heimat?
Eva: Ich sag niemals nie, ich mag Deutschland, schliesslich hab ich mich dort 23 Jahre pudelwohl gefühlt. Im Moment möchte ich allerdings auf das Meer nicht verzichten…außerdem hab ich Heuschnupfen.
Lineup: Ich hab von Yoyo Terhorst gehört, dass ihr im Frühjahr auf einem Trip durch die Westsahara wart- Sicherlich eine besondere Erfahrung, oder?
Eva: Besonders, auf jeden Fall. Afrika ist immer sehr intensiv und Freud und Leid liegen nah beieinander. Leider hab ich mir die Kniescheibe rausgehauen und musste früher heim, ansonsten haben wir viel gelacht und an dem komischsten Orten übernachtet, zum Beispiel in der WG von den Feuerwehrmännern von Daklah…
Lineup: Wenn man wie du das ganze Jahr im Süden, mit Wellen und Sonne verbringt, genießt und schätzt man dann einen Surftrip noch so, als würde man in Deutschland leben? Der Kontrast von „zu Haus“ zu „im Urlaub“ ist dann ja wesentlich geringer.
Eva: Nein, ich habe hier auch einen Alltag, aus dem ich ausbreche, wenn ich reise. Der Druck die besten Wellen zu surfen ist nicht soo groß, aber das finde ich sehr entspannend. Man kann sich noch mehr auf das Land einlassen und muss nicht jeden Tag unbedingt ins Wasser.
Lineup: Was ist dein Favorit unter allen Trips, die du bisher unternommen hast?
Eva: Malediven 06 mit ein paar Jungs von Wavetours, denn wir hatten unglaublich perfekte Wellen… Roadtrip mit dem National-Team 2008 ..hätte ruhig noch länger sein können
Lineup: Welche Contests und Trips sind für 2009 bei dir geplant?
Eva: Ich fliege im Mai nach Bali, dann geht‘s nach Fronkreisch, Costa Rica im Sommer zur WM, vielleicht EM in Jersey und dann auf Reisen mit einem meiner Sponsoren im November und Dezember. Weihnachten endlich zu Hause die Wellen auf Fuerte genießen und grillen, viiiel grillen….. in Europa gibt es dieses Jahr kaum Mädels-Contests, da das Geld überall knapp ist, bin aber eh nicht so der Einzelkämpfertyp …im Team macht‘s mehr Spaß.
(Fragen: sab)
(Fotos: Hannibal)










Diogo am 4. Mai 2009 um 23:05
Eva rippt!! Nächstes mal ein “20 Fragen an…” machen…hehe
Lieben Gruss,
FAN.
sonni am 11. Mai 2009 um 11:19
Hey Eva,
schönes Interview,
allerdings haben wir doch beide schon festgestellt dass es
in Wettbewerben auch bei den Mädchen inzwischen schon ganz
schön zur sache geht. Ausserdem muss ich sagen dass ich auch die DM
sehr ernst nehme – dass sind wir ja schon unseren Sponsoren schuldig
die es natürlich doch auch sehr interressiert wie man abschneidet.
hoffe ihr habt gute Wellen in Portugal,
Sonni
Anna am 12. Mai 2009 um 09:25
“Aber ich guck mir nie Frauensurffilme an oder die Mädelsheats der ASP- immer die Jungs. Die sind einfach so viel besser.”
Was soll das denn, hast du schon mal Carissa Moore surfen gesehen??
Alles muss man den Jungs auch nicht nachplappern, um sich beliebt zu machen…
Mary am 18. Mai 2009 um 09:55
Wie kann man das ganze Jahr nur reisen und dann noch studieren?
Ist es nicht peinlich zu sagen, man wäre nicht ergebnisfixiert und dann, obwohl man gar nicht in Deutschland lebt und studiert jedes Jahr zu den ADH fahren und natürlich gewinnen? Wahrscheinlich trainierst du in Bali sogar noch extra für die Heats..
Man kann nur hoffen, dass der DWV mehr Contests schafft und so verhindert, dass die ADH vom spaßigen Studentencontest zu einer Art zweiten DM wird, bei der eigentlich jeder mitmachen kann, egal ob er in Deutschland studiert oder nicht..
Ist ok wenn man für seinen Sponsor Ergebnisse bringen soll, aber es gibt auch noch so Contests wie die Volcom Serie.
Tobi am 18. Mai 2009 um 10:13
Hallo Mary,
die Regeln für die Teilnahme an ADH und DM sind eindeutig und gelten für jeden.
ADH: Deutscher Pass + (edit: deutscher) Studentenausweis
DM: Deutscher Pass
Wer einen deutschen Pass hat, ist Deutscher, egal ob er in Spanien, Bayern oder auf dem Mond wohnt
.
Wer einen gültigen Studentenausweis hat, ist Student, egal ob er in Köln, L.A. oder Timbuktu studiert.Wir vom DWV wollen uns nicht anmaßen zu entscheiden wer mehr oder weniger “deutsch” oder mehr oder weniger “Student” ist…Eine Trainings-Session auf Bali stünde dir natürlich ebenso frei, allerdings wird dir das für ein französisches Beachbreak nicht zwangsläufig von Nutzen sein
Und der Spaß kommt hoffentlich weder bei den ADH noch auf der DM zu kurz.
Viele Grüße
Tobi
Anna am 18. Mai 2009 um 12:28
Hallo Tobi -
Da muss ich dir leider wiedersprechen: ” Teilnahmeberechtigt an den Wettbewerben des adh sind alle Mitglieder gemäß § 36 Abs. 1 HRG (“Mitglieder der Hochschule sind die an der Hochschule hauptberuflich tätigen Angehörigen des öffentlichen
Dienstes und die eingeschriebenen Studenten”) von Hochschulen, die gemäß Art. 3(1) der Satzung Mitglied
im adh sind. Zweit-, Neben- und Gasthörer/innen sind nicht startberechtigt.”
d.h. : Mitglied im allgemeinen DEUTSCHEN hochschulsport, was Unis in L.A. oder Timbuktu wohl klar ausschließt…
Ich muss auch sagen, ich teile die Meinung von Mary und finde es ziemlich lächerlich, wenn jemand der bereits über 30 ist noch bei einem Studentencontest antritt. Das ist einfach unfair , es soll ja ein Contest sein, bei dem Leute, die eben NICHT die möglichkeit haben, ständig zu trainieren (da sie ja brav an einer dt hochschule studieren) , sich auch mal beweisen können.
Und da es z.b. immer wieder coole preise etc. gibt geht es schon auch ein bißchen ums gewinnen….
Vielleicht sollte man Marlon Lipke und Thomas Lange auch mal fragen, ob die nicht kommen wollen! Oder haben die vielleicht ein bißchen mehr Stolz als Eva ..?
Tobi am 18. Mai 2009 um 12:56
Hi Anna,
du hast natürlich Recht mit den ausländischen Universitäten. Nichts desto trotz spielt es für all diese Teilnehmerinnen, die -wie Eva- an einer deutschen Uni eingeschrieben sind keine Rolle wo sie ihre Freizeit verbringen. Auch das Alter spielt dabei keine Rolle.
Es steht jedem frei zu trainieren. Ob nun am Eisbach, auf Sylt, am Timmendorfer Strand oder auf Bali. Es wäre ja auch nicht möglich zu kontrollieren, welcher Surfer wie lange am Meer war. Wie stellst du dir so eine Kontrolle vor? Ich habe es während des Studiums an einer deutschen Hochschule im Jahr auch locker auf 3 Monate surfen gebracht, teilweise war ich mehr als 6 Monate pro Jahr unterwegs. Wäre dass dann deiner Meinung nach schon zu viel um an den ADH teilzunehmen? Studenten die ein Auslandsjahr in Australien oder Portugal gemacht haben dürften dann danach gar nicht mehr teilnehmen oder wie?
Marlon und Thomas haben momentan beide keinen Studentenausweis und wären demnach nicht startberechtigt. Mit “Stolz” hat das also weniger zu tun
Viele Grüße,
Tobi
Anna am 18. Mai 2009 um 16:29
hier redet ja keiner von “kontrolle”.
mir ist bewusst, dass sowas schwer bzw. gar nicht unzusetzen ist.
mein vorschlag wäre, nur aktuell in deutschland studierende leute teilnehmen zu lassen und basta. wenn man dann eben ein jahr in lissabon ist, kann man die competition doch ein jahr aussetzen.
fändest du das so schlimm?
außerdem fände ich es schön, wenn man einfach darauf vertrauen könnte, dass jeder die regeln ernsthaft reflektiert und dann entscheidet, ob er teilnehmt oder nicht.
es steigert ja auch nicht gerade die glaubwürdigkeit eines sportlers, sich irgendwie noch durch ein hintertürchen zu schleichen, um an einem wettbewerb teilnehmen zu können, der eigentlich nicht mehr seinem niveau entspricht.
aber da denke ich wohl zu idealistisch.
Tobi am 18. Mai 2009 um 17:20
Hallo Anna,
>>mein vorschlag wäre, nur aktuell in deutschland studierende leute teilnehmen zu lassen und basta.
So sind ja aktuell auch die Regeln. Man kann den Leuten aber ja nicht vorschreiben, wie viel Zeit des Semesters sie auf deutschem Boden verbringen müssen, wie viele Klausuren sie am Semesterende zu schreiben haben oder wie schnell sie ihr Studium beendet haben müssen, oder?
Viele Grüße
Tobi
Mary am 18. Mai 2009 um 22:25
Es geht nicht darum das ganze zu reglementieren, sondern um die eigene Reflexion, ob man da jetzt wirklich noch mitmachen muss oder nicht. Ich kann auch die Leute gut verstehen, wenn sie nach einem Auslandssemester besser geworden sind und hochmotiviert zu den ADH kommen. Aber es ist doch absolut lächerlich einen auf Pro zu markieren, ständig zu reisen oder im Ausland zu leben und dann noch zu den deutschen Hochschulmeisterschaften zu fahren.
Es ist an vielen Unis mittlerweile so, dass man erst ab einer bestimmten Platzierung die Zuschüsse für Unterkunft/Fahrtkosten bekommt und insbesondere unter diesem Aspekt finde ich es unfair.
Tobi am 18. Mai 2009 um 23:09
Hallo Mary,
na wir drehen uns im Kreis. Ich finde es gut und richtig, dass bei den verschiedenen Contests -innerhalb der Teilnahmebedingungen- die besten Surfer/Innen dabei sind. Egal ob sie viel reisen, gerade von einem Auslandssemester zurück kommen oder Nordsee/Eisbach-Local sind. Das pusht das Niveau und bringt auch die noch etwas schwächeren Surfer im positiven Sinne an ihre Grenzen.
Die Kostenerstattungspolitik der einzelnen Hochschulen ist übrigens Sache der jeweiligen Sportreferate. Wenn es dich ärgert, wie deine Hochschule das handhabt, dann lasse dich in die entsprechenden Gremien wählen oder stelle wenigstens entsprechende Anträge. Ich war selbst einige Jahre Obmann für’s Wellenreiten an meiner Uni und weiß wie viel Bürokratie und Arbeit es ist, an die meist knappen Gelder zu kommen. Hier bei uns beschwerst du dich aber an der falschen Stelle. Ärmel hochkrempeln und selbst aktiv werden, dann gibt es vielleicht auch unabhängig von der Platzierung noch Gelder.
Viele Grüße
Tobi
eva am 20. Mai 2009 um 13:37
huuhuhuuuu,
da meldet sich die alte frau mal eben,…
wer sagt denn dass ich am adh mitfahre?
vielleicht erstmal mich fragen und dann loslegen?
aber ich werd trotzdem da sein,denn es kommen viele nette leute und ich bin eh in frankreich,
hei anna ,mary oder wie ihr heisst,lasst uns doch mal persönlich ein paar worte wechseln,
das würd mich freuen,
viele grüsse eva
Sara am 2. September 2009 um 08:26
hui, jetzt les ich erst was hier los war
Ich find die Teilnahmeregelung bei den ADH eigentlich super… Es gibt ja eh so wenige Contests in Deutschland/ für deutsche, da kann man sich doch über jeden Contest freuen, an dem viele Leute die Chance haben mitzumachen.
und zu Anna/Mary: Wenn ihr neidisch seid, auf Studenten, die den Großteil des Jahres im Ausland verbringen, dann studiert ihr vielleicht das falsche