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Gossip: Lewis Samuels wird bei Surfline gefeuert

Da nicht davon auszugehen ist, dass jeder Leser weiß wer Lewis Samuels und was Surfline ist, fangen wir mal ganz von vorne an.

Surfline.com ist eine der größten und erfolgreichsten englischsprachigen Webseiten zum Thema Wellenreiten. Dort findet man Webcams, Forecasts, Reiseberichte, Videos, Fotos und bis gestern auch eine Kolumne namens Power Rankings. Diese Kolumne wurde von Lewis Samuels ins Leben gerufen und stellt ein virtuelles, rein subjektives Ranking der ASP World Tour Surfer dar. Lewis ist ein ganz normaler Surf-Fan, der ziemlich ungefiltert und oft mit einem Augenzwinkern schreibt. Er ist großer Fan des F-Wortes und provoziert in jeder Ausgabe seiner Kolumne heftigen Widerspruch (und gleichzeitig jubelnde Übereinstimmung) seiner Leser.

Lewis’ Power Rankings haben recht schnell Kult-Status erreicht und so hörte man auf dem ein oder anderen Contest auch die Surfer selbst über ihr Abschneiden bei den Rankings diskutieren. Sicher schien eigentlich immer nur, dass irgendwer garantiert etwas zu meckern hatte.

Lob bekam Lewis vor allen Dingen dafür, dass er das schrieb, was er dachte, wenn auch ab und zu der Vorwurf geäussert wurde, dass Surfline seine Kommentare noch weitestgehend entschärfen würde. Lewis war bei Surfline nur als freier Mitarbeiter beschäftigt und betreibt nebenher auch eine eigene kleine Webseite zum Thema Surfen, wo er komplett ungefilterte Gedanken äussern konnte.

Und exakt diese Gedanken sind Lewis nun zum Verhängnis geworden. Am 13. und 19. März veröffentlichte er in seinem Blog zwei Einträge, in denen er ganz offen und kritisch über Surfline schrieb. Zum Einen ging es dabei um eine Ausgabe der Zeitung Transworld Surf, deren Werbecharakter er kritisierte und gleichzeitig darauf hinwies, dass er als Autor bei Surfline ja eigentlich auch keinen besseren Arbeitgeber hätte ( “I get paid to write for Surfline, a website that also licks advertisers’ balls, part of the machine.“). Zum Anderen ging es um einen Artikel von Lewis in dem er Surfline wieder direkt kritisierte, weil sie einen Bericht über Billabong CEO Paul Naude, der zu seinem alljährlichen Tavarua-Trip geladen hatten, veröffentlichten. Lewis fand es im Zeichen der Weltwirtschaftskrise und seiner Meinung nach damit vor allen Dingen in Zeiten schwächelnder Surfshops nicht angebracht über einen vermeindlich so dekadenten Trip der Verantwortlichen einer großen Surfmarke zu berichten. Gerade im Hinblick auf die AIG-Bonuszahlungen, die in den USA viel diskutiert werden ein heikles Thema, dass anschließend auch heftig in den Kommentaren seines Blogs besprochen wurde.

Wie auch immer: Das Ende vom Lied ist, dass Lewis am 23.März mit sofortiger Wirkung bei Surfline gefeuert wurde, wobei die beiden oben genannten Artikel ausschlaggebend für die Entscheidung gewesen sein sollen. Allerdings wies Surfline ausdrücklich darauf hin, dass kein Druck von Seiten der Sponsoren wegen der kritischen Äusserungen Lewis’ ausgeübt worden sei. Mittlerweile sind über 100 Kommentare zu seiner Kündigung in seinem Blog geschrieben worden. Der Mann scheint die Massen zu bewegen.

Auf die Power-Rankings in ihrer jetzigen Form muss die Surfwelt fortan wohl verzichten. Man wird aber davon ausgehen können, dass Lewis das Ganze zur Not auf der eigenen Seite und dann vielleicht noch eine Nummer härter fortführen wird.

(tmt)

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