Header Gewinnspiel Community Lineup Verband

10 Fragen an … Damien und CJ Hobgood

CJ Hobgood BiographieJa, ihr lest richtig. Genau die Hobgood-Zwillinge haben uns Rede und Antwort gestanden. In anderen Sportarten (und leider sicher auch bei vielen anderen Pro-Surfern) gibt es für Interviewanfragen ein eigenes Management, eine komplizierte Terminfindung und eng abgesteckte Fragenkataloge. Bei den Hobgoods gibts einfach nur eine supernette und ultra-lockere Art, ein paar E-Mails und das Ding ist in weniger als zwei Tagen im Kasten …und das während die Jungs nebenher noch die Quik Pro in Australien rocken.

Lineup: Hey ihr Beiden. Erstmal ein riesen Dankeschön, dass ihr euch die Zeit nehmt, das wissen wir wirklich zu schätzen, besonders weil ihr gerade ja mitten im Contest steckt. Viele wissen gar nicht, dass ihr sehr aktiv im Internet seid. Ihr habt euren eigenen Blog und ihr legt viel Wert darauf, dass ihr die Texte, Fotos und Videos alle selbst einstellt. Da gibts nicht viele andere Pro-Surfer, die so viel Arbeit da rein stecken. Wie seid ihr denn auf die Idee mit dem Blog gekommen?

Damien: Vor einiger Zeit war CJ mal auf Bali und während er ‘ne Woche auf den nächsten Swell warten musste und er ‘ne gute Internetverbindung hatte, hörte er von der Software Wordpress, die wir jetzt für unseren Blog nutzen und er baute die Seite zusammen. Wir waren übrigens nicht die ersten [Pro Surfer], die mit dieser Blog-Sache angekommen sind. Da gab es schon einige vor uns aber wir hatten den Eindruck, dass es keinen richtig guten Blog, direkt von den Surfern selbst gab, der den Leuten zeigte, wie das Leben als Surfer wirklich ist.

CJ: Ja, wir wollten einfach eine eigene Webseite, ohne auf Sponsoren oder so achten zu müssen. Es ist uns auch wichtig, dass wir unser Erscheinungsbild nach aussen selbst in der Hand haben und wir unsere eigenen Gedanken und das was wir mögen und nicht mögen klar äußern können.

Damien Hobgood BiographieLineup: In Runde 1 der Quik Pro musstet ihr gegeneinander (und gegen Aritz Aranburu) antreten. Damien hat seine Sache am besten gemacht und zog als Heat-Sieger in die dritte Runde ein. Was war euer beider Ansatz für diesen Heat, nachdem ihr erfahren hattet dass ihr gegeneinander ran müsst? Oder sind die Heats in denen ihr zusammen surfen müsst genau wie alle anderen?

Damien: Für mich sind diese Heats eigentlich genau wie alle anderen. Wobei, eher noch ein Stückchen besser, weil wir das Gefühl haben, die Sache lockerer angehen lassen zu können und dabei noch mehr Gas geben können.

CJ: Früher habe ich da glaube ich anders drüber gedacht, aber mittlerweile, wenn Damo und ich im gleichen Heat sind (und ich glaube das ist nicht die beste Einstellung) versuche ich das Ganze einfach nur so sehr wie möglich zu geniessen. Seit wir Kinder waren, haben wir davon geträumt auf der Tour zu sein und dass ich jetzt gegen meinen Zwillingsbruder auf dem höchsten Level überhaupt antreten darf ist eine Erfahrung, die niemand den ich kenne bisher hat machen dürfen.

Lineup: CJ, du hast ja bekanntlich im Jahr 2001 schon den ASP Weltmeistertitel gewinnen können. Was würde dich glücklicher machen, wenn du deinen zweiten Titel gewinnst oder wenn du dabei sein könntest, wenn Damien seinen ersten gewinnt?

CJ: Es wäre super wenn ich noch einen einen Weltmeistertitel gewinnen würde. Dafür arbeite ich schließlich jeden Tag. Und ich würde gerne einmal die Pipemasters gewinnen. Aber natürlich freue ich mich natürlich auch wenn mein Bruder was gewinnt.

Lineup: Wann habt ihr das erste Mal von Marlon Lipke gehört und was habt ihr gedacht, als ihr gehört habt, dass ein Deutscher mit auf der Tour fährt in diesem Jahr?

CJ HobgoodCJ: Ich habe von Marlon schon vor einiger Zeit gehört und seinen Werdegang auf der WQS mitverfolgt. Ich selbst und ich denke auch die anderen Jungs auf der Tour realisieren gerade, dass es so viele gute Wellen und gute Surfer in Europa gibt und die Szene wächst unglaublich schnell. I war super gestoked als ich erfahren habe, dass Marlon mit auf der Tour ist, weil ich denke, dass er ein feiner Kerl ist.

Damien: Ich habe mich für ihn gefreut und für Europa als ganzes ist das eine gute Sache. Marlon bringt definitiv etwas Neues in die Tour rein. Es war ja noch nie ein Deutscher auf der World Tour dabei. Das ist sicher spannend für die Fans in Deutschland und Europa.

Lineup: War einer von euch schonmal in Deutschland? Was assoziiert ihr mit Deutschland?

Damien: Leider nicht wirklich. Ich bin in Frankfurt ein paar Mal umgestiegen, aber das war’s auch schon.

CJ: Ich hab von den Flusswellen in Deutschland gehört und ich habe ein paar deutsche Autos besessen. Und ich kenne viele wirklich nette, aufrichtige Leute aus Deutschland.

Lineup: Damien, letzte Saison wurde es am Ende ja richtig knapp für dich mit der Re-Qualifikation. Gab es da irgendeinen Moment, in dem du gedacht hast, dass du es vielleicht nicht schaffen würdest? Was waren deine Gedankengänge in diesen Wochen und was wäre passiert wenn es nicht mehr geklappt hätte? Wärst du den harten Weg durch die WQS noch einmal gegangen oder hättest du vielleicht wie Bruce und Andy einfach mal ein Jahr Pause gemacht?

Damien HobgoodDamien: Ich hätte auf jeden Fall die WQS gesurft, wenn es nicht gereicht hätte. Aber ich habe mich die gesamte Saison über gut vorbereitet und ich habe in jedem einzelnen Event alles was ich konnte gezeigt. Wenn es dann am Ende nicht gereicht hätte, hätte ich nichts bereut, ganz einfach weil ich immer alles gegeben habe.

Lineup: Wo wir gerade von den Irons-Brüdern und ihrer Pause gesprochen haben. Was sind eure Gedanken zu diesem Thema? Beneidet ihr die beiden, weil sie dieses Jahr zu jedem Zeitpunkt überall hinfliegen, Zeit mit ihren Familien verbringen und freesurfen können? Oder liebt ihr es einfach zu sehr auf der Tour zu sein, sodass ihr nicht tauschen wollen würdet?

Damien: Jeder so wie er will, sagt man doch. Ich für meinen Teil liebe es mich mit anderen zu messen und auf der Tour herum zu reisen.

CJ: Überhaupt kein Neid von meiner Seite aus. Bruce und Andy sind super Kerle, die ich mein ganzes Leben lang schon kenne. Sie tun der Surfwelt gut, aber meine Ziele im Leben drehen sich im Moment um das Wettkampfsurfen. Das ändert sich bestimmt in ein paar Jahren, aber im Moment habe ich super viel Spaß dabei.

Lineup: Nach der 2007er Saison, als Mick seinen Titel gewann, hatte ich den Eindruck, dass einige Surfer auf der Tour seinen Ansatz kopieren wollen, d.h. sein Hardcore-Training in der Vorsaison, seine Arbeit mit Physiotherapeuten, Ernährungsberatern, einem Trainerstab usw. Dann gewann Kelly in 2008 seinen 9. Titel und sein Ansatz sah irgendwie danach aus möglichst viel Golf zu spielen und jedem bis ‘ne Stunde vor dem Event zu erzählen, dass er gar nicht antreten würde, was ja so ziemlich das Gegenteil von Mick’s Einstellung war. Wie sieht es bei euch beiden aus? Seid ihr mehr die Mick- oder mehr die Kelly-Typen in der Vorbereitung auf die Saison?

CJ: Am allerwichtigsten ist, dass man sich immer wieder neu erfindet. Kelly ist König in dieser Disziplin. Mick muss genau das noch lernen, damit er einen weiteren Weltmister-Titel einfahren kann.

Damien: Also als erstes muss ich sagen, wenn man ein paar Jahre auf der Tour dabei ist, lernt man ganz schnell, dass man sich niemals mit Slater identifizieren sollte. Der Typ ist ein Freak und das ist wohl der Grund warum jeder den Mick Fanning Ansatz wählt, mit dem wir uns auch identifizieren können, während wir gleichzitig versuchen ihn zu verbessern.

Lineup: Auf welche Events freut ihr beiden euch am Meisten in dieser Saison? Und warum?

Damien: Am meisten auf Tahiti [Teahupoo] und Pipe [Pipeline, Hawaii], weil man da mehr gegen den Ozean antritt als gegen seine Mitstreiter.

CJ: Für mich J-Bay, Snapper, Bells und alle Spots wo ich kämpfen muss damit ich besser werde.

Lineup: Wer gewinnt diese Saison den Weltmeistertitel? Und wo seht ihr euch selbst am Ende der Saison?

Damien: Ach, ich mache mir echt nur Gedanken über mein eigenes Abschneiden. Ich will so gut surfen wie ich nur kann und alles andere kommt dann, wie es kommen soll.

CJ: Ich würde mein Geld auf Joel [Parkinson], Taj [Burrow] oder Bede [Durbidge] setzen. Und hoffentlich bin ich natürlich in der engeren Auswahl. Warten wir mal ab bis wir auf Hawaii sind.

(tmt)

Ein Kommentar
Hinterlasse einen Kommentar »

  1. Sehr sympathisch die Beiden. Gutes Inteview,Tobi!

Schreibe einen Kommentar